ayurveda-frühstück – basis für ‚all day energy‘

„Wie jetzt!“ sagt die Frau mir gegenüber, lehnt sich zurück und verschränkt die Arme vor der Brust. „Ich esse schon seit Jahren Joghurt mit Früchten zum Frühstück – das ist doch gesund! Frisches Obst!“ „Natürlich ist Obst gesund. Die Frage ist nur, wann Sie es Essen. Das gilt auch für den Joghurt.“ „Was ist mit Quark und Obst?“ fragt sie. „Käse?“

Wir befinden uns irgendwo im Prenzlauerberg inmitten einer Ernährungsberatung. Bis hierhin lief alles glatt, aber sobald man in der Beratung das Frühstück bespricht, wird es ungemütlich. Immer wieder. Die Augen verengen sich für Sekunden, Schweiss auf beiden Seiten. Auf einmal geht es um das Überleben! Das Überleben des Rituals! Das Überleben dessen, was man jahrelang als gesund erachtet hat. Es war daran doch nichts verkehrt. Okay, Müdigkeit am Morgen, zwei Kaffee, um in den Tag starten zu können. Nachmittags oft Heisshunger und abends im Bett ein voller Bauch, der drückt. Morgens verzweifelter Blick auf die Waage, wieder nicht richtig aufs Klo, wieder Müdigkeit und Erschöpfung… Ach ja, Kaffee, Kaffee-Strom… aber!… so sieht es oft aus, in unseren Morgenroutinen.

Ayurveda-Frühstück, aber warum?

Was bitte kann jetzt ein gekochtes Frühstück ändern? Eine Menge!

Wenn wir uns unsere Verdauungskraft im Magen als Feuer vorstellen, so wissen wir, dass dieses Feuer morgens ein kleines ist. Unser Stoffwechsel fährt erst ab 10 Uhr so richtig hoch. Bis dahin ist die Verdauung und seine transformative Kraft eher mild und träge. Wenn wir auf diese kleine Flamme jetzt eine Schale kühlenden Joghurt geben oder ein schweres Stück Käse, was passiert dann mit diesem Feuer in uns? Vor allem Joghurt, der meist als leicht wahrgenommen wird, ist in sich sauer und liegt durch seine Kühle allein wirklich schwer im Magen. Oder was macht die Säure von einem Glas Orangensaft am Morgen in unserem Magen? Sie verhindert, dass Stärke verdaut wird, was längerfristig zu einer Übersäuerung führen kann. Der Magen arbeitet sich also mühsam durch Kälte und Schwere hindurch und empfängt noch einen herben Kaffee oben drauf. Dann zieht er sich zusammen und tut erstmal gar nichts. Anregung des Stoffwechsels klingt anders.

Ayurveda-Frühstück als Vielfalt

Was also frühstücken? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Das heisst nicht, dass die Lösung kompliziert wäre. Sie ist im Grunde genommen sehr einfach: die Ernährungsweisen und die Bekömmlichkeiten sind individuell verschieden. Weder ich, noch Ayurveda kann Dir sagen, was Du essen musst. Willst Du morgens etwas zu „beissen“ haben oder magst Du es lieber flüssig oder hast Du morgens kaum Hunger? Ayurveda kann Dir, je nach Typ (dośa) empfehlen, ob ein Porridge, also ein warmer Brei aus Getreide, ideal ist, oder auch getoastetes Brot mit einem Aufstrich oder ein Kompott aus gekochtem Obst mit leckeren Gewürzen oder eben eine Gewürzmilch.

Ich merke immer wieder, dass sich Porridge im Alltag am besten auf das Wohlbefinden und die Verdauung auswirkt. Genuss mit Erdung. Getreideflocken. Mit Milch. Mandelmilch. Reismilch. Hafermilch. Wasser. Mit etwas Kardamom. Ghee oder Kokosfett dazu. Obst, Leinsaat, Datteln, Chia, Nüsse. Mit Ahornsirup oder einer Prise Salz. So viele bunte Vaianten, die spielerisch das Standard-Käsebrot ersetzen. Mit leichter, warmer, nährender Kraft. Kraft, die als Basis dient für einen mental und körperlich energetischen & dynamischen Start in den Tag.

Und: ein regelmäßiges Frühstück mindert, laut aktueller Studien, das Risiko von Übergewicht und Diabetes. Es sorgt für einen stabilen Zuckerhaushalt und hilft so, Heisshungeranfälle zu minimieren.

Im Ayurveda gibt es keine strengen Gebote. Kommt aber ein/e Klient/in mit Symptomen, wie Verdauungsstörungen, Allergien, Hautproblemen, Arthrose, Nervosität bis hin zu Schlafstörungen oder Menstruationsschmerzen in die Beratung, dann macht es Sinn, die Ernährungsweise näher zu betrachten. Ayurveda kann, über die Ergebnisse eines Bluttests hinaus, Erklärungsmuster für diese Syptome finden und es ist es oft möglich, diese Symptome mit Ernährungsregeln und Kräutern zu mildern. Neulich sagte ich zu einem Freund: „What I really love about Ayurveda, is that it´s magic and pure logic at the same time.“ Ich bin immer wieder verzaubert, ob der nachhaltigen Veränderung, die kleine Ernährungsumstellungen bewirken können.