Zurück in die Vollständigkeit

Ich sitze, direkt aus meinem 5-Wochen Single-Mom-Dasein mitsamt Windpocken kommend, im Zug nach Köln. Ein ganzes Wochenende mit 60 Frauen liegt vor mir. Doch was gerade passiert ist, ich gerate emotional ins Wanken.

Hier im Zug fühle ich auf einmal Zweifel und in mir rotiert die Frage: was mache ich hier überhaupt?

„As successful women in the world, we have become more focused on achieving — even in the bedroom — than on feeling. Many women are confused about what it even means to be a woman,“ sagt Shakti Malan.

Und damit beantwortet sie eigentlich die Frage, warum ich auf dem Weg zu einem Wochenende mit Chameli Ardagh bin – um meinen Weg zum inneren Frieden tiefer zu ebenen – und auch, um mehr für meine persönliche Frauenarbeit zu lernen.

Wer ist Chameli Ardagh?

Chameli Ardagh ist Norwegerin und lebt heute in Kalifornien. Sie ist Gründerin des Awakening Women Institute und bietet Workshops auf aller Welt zum Thema ‚Erwachen‘ für Frauen an.

Erwachen meint das Erwachen der Shakti, der weiblichen Kraft oder Energie oder auch Göttin in jeder von uns.

Die Wiedererweckung der weiblichen Göttinnen-Energie ist das, was – laut Chameli – zurück zur Ganzheit führt.

Diese Ganzheit, das ist innerer Frieden, nach Hause kommen.

chameli ardagh

Chameli Ardagh.

Diese Ganzheit ist es auch, die sie an diesem Wochenende direkt erfahrbar macht. Durch die von ihr angeleiteten Übungen und Meditationen.

Chameli Ardagh inspiriert auf der Welt tausende Frauen, ihr bisheriges Lebens- und ja auch Leistungskonzept zu hinterfragen, abtrennende Bilder von Konkurrenz zu überwinden und sich auf die Suche nach einer neuen Anbindung zu begeben. Das ist mit ‚Awakening Women‘ gemeint.

Verantwortung zu übernehmen. Sich aufzumachen, auf den Weg in die eigene Wahrheit.

Dazu nutzt sie Göttinnen-Bildern der hinduistischen und buddhistischem Mythologie, wie kaum eine andere. Ganz lässig verbindet sie Wissen aus buddhistischer, shaktischer und tantrischer Tradition zu einem wirklich erdverbundenen großen Ganzen.

Auge in Auge mit Durga, der weiblichen Kraft

Chameli leitet, unterstützt von zehn Assistentinnen, und ist dabei absolut anders. Sie ist nicht die Frau, die ich mir bislang als Lehrerin suche. Sie ist feurig, auch roh, in all ihrer Klarheit für mich trotzdem manchmal unergründlich.

Chameli geht tief, in all ihrer Präsenz und Wahrheit – und nimmt mich und all die 60 anderen mit in die Tiefe hinein. Meine Blockade schmilzt.

Die Masken fallen und fallen, bis aus jeder von uns ein warmes Licht erstrahlt. Was wir sind: Frauen auf dem Weg zurück in ihre Vollständigkeit, die Vollkommenheit.

Als ich nach zwei Tagen direkt in Chamelis Augen blicke, ist da ein Ozean, tief und weit, sehend und empfangend – und voller Kraft.

Der Weg der Yogini ist ‚Training des Muskels der Präsenz‘

Diejenigen von Euch, die praktizieren, wissen, wie schwer es ist, eine regelmäßige Yoga-Praxis zu etablieren. Und auch in der Übungs-Routine gibt es immer wieder Tiefs und Scheu, auf die Matte zu treten.

Der Yoga kann uns mit all dem Üben-Wollen von uns entfernen, der Yoga kann aber auch die Türen öffnen für den Schritt in unser innerstes Universum.

 

„Was ist jetzt da?“

Diese yogische Frage begleitet uns an diesem Wochenende immer wieder.

Sie erlaubt uns, als Schauende der sich wandelnden Gefühle oder Energien, Widerstände gegen und Verharren in bestimmten Emotionen zu lösen.

Spiritualität darf pragmatisch sein

Ein wirklich einfaches und praktisches Tool ist eben das Üben von Präsenz, diese immer wiederkehrende Frage: was ist jetzt da? Die wachsende Präsenz ist das langsame Erwachen in eine neue Klarheit und Lebendigkeit hinein.

Präsenz erlangen wir durch das Beobachten von Gefühlen. Sie bieten uns ein wunderbares ‚Tool‘ zum Üben. Wenn der Stein erst einmal ins Rollen gebracht ist, erkennen wir, wie alle Gefühle in uns entstehen und vergehen.

In diesem neuen Raum sind alle Gefühle gleichwertig. Es gibt keinen Grund, sich zu fürchten oder festhalten zu wollen. Und anstatt über sie oder uns zu urteilen, lernen wir, zu unterscheiden. Wir unterscheiden die verschiedenen Aspekte unseres Selbst – und lassen los.

Durch’s Schauen erlauben wir alles, was da ist, zu sein.

Du fragst dich, wie es möglich ist, dies in unserem täglichen Leben, in unseren Beziehungen und Familien dauerhaft verankern?

Wie bei allen nachhaltigen Veränderungen in unserem Leben, ist es auch wichtig, behutsam und Schritt für Schritt vorzugehen. Und ja, wir brauchen Raum und Übung, einen großen Willen und auch eine Menge an Milde in unserem Leben als „Yogini Ninjas“ (Chameli).

Auch wiederkehrende Zweifel an unserem Weg – wie bei mir geschehen – gehören dazu.

Es sind die inneren Saboteure, die uns im Alten halten wollen, wenn sich auf einmal so viel bewegt, dass wir Angst haben, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Doch je weiter wir gehen, umso stärker spüren wir, das wir getragen werden von dieser neuen Kraft, die aus der Liebe und Verbindung mit uns selbst und anderen Frauen entsteht.

Ich sitze im Zug auf dem Rückweg nach Berlin. Ich bin in vibrierender Verbindung mit allem, was ist. Im Ozean voller Liebe.

Und ich erinnere mich: dieser Ozean bin auch ich.

“Let the world kiss you, sister. Let the moment kiss the most raw and tender spot in your heart until you cannot help but surrender, open.” Chameli Ardagh

Happy Awakening to you,

Deine Julia

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© Bild von Chameli Ardagh: Quelle youtube.