Come on Baby, light your fire!

Wie du in der dunklen Zeiten dein inneres Licht zum Leuchten bringst

Gastbeitrag von Inga Laumann

Wie ich meinen heilsamen und befreienden Weg aus meinen lähmenden Erschöpfungszuständen heraus gegangen bin, meinen großen Rucksack namens „Unnötige Scham und falsche Verantwortung“ abgesetzt habe und welche Schritte mir dabei geholfen haben.

In der vergangen Zeit war ich unruhig. Ich fühlte mich ausgelaugt und zugleich rastlos. Oft wusste ich nicht wohin mit mir und hatte gleichzeitig das Gefühl, dass es mir eigentlich anders gehen „sollte“.

Ich war doch in einer Phase meines Lebens wo mir so viele Möglichkeiten offenstanden! Gerade ins Berufsleben eingestiegen und in das Reisen verliebt, wollte ich das Leben genießen, erleben und all die schönen Momente auskosten. Stattdessen fühlte sich etwas falsch in mir an, ich war unzufrieden und missmutig, mein Geist lästerte über jeden – ArbeitskollegInnen und FreundInnen. Ich war also alles andere als im flow.

Meine innere Unruhe zeigte sich auch im vermehrten Gang zum Kühlschrank, ich ass oft und viel und es fiel mir schwer einzuschlafen, Unmut, ängstliche Gedanken ließen mir keine Ruhe. Es war, als wäre ich ausgetrocknet, als hätte ich keine Wurzeln mehr.

Wo war nur meine Lebensfreude?

Ich war an einem Punkt angekommen, an dem ich mich unverstanden fühlte. Von der Welt und von mir selbst. Trotz der vielen inneren Arbeit an und in mir spiegelte sich mein Zustand auch auf körperlicher Ebene:

Mein permanentes Unwohlsein, Müdigkeit, ein aufgeblähter Bauch und zunehmende Unverträglichkeiten auf meine Lieblings-Obstsorten führten dazu, dass ich einfach einen neuen Weg einschlagen musste, um meine natürliche Lebenskraft wieder zu erlangen.

Wenn alte Mittel nicht mehr helfen wollen

Obwohl Tools, wie meine langjährige Asana Praxis, Meditation oder Rückzug aus dem Sozialleben bislang immer halfen, mich wieder aufzuladen, funktionierten sie auf einmal nicht mehr.

Vorsätze und Grüne Smoothies wichen immer wieder der geliebten Schokolade und hinterließen mich von Mal zu Mal mutloser. 

,,Wieder wild werden“, dies war der Rat einer vertrauten, weisen Schamanin aus Ecuador, mit der ich öfters zu meinem „wahren Inneren Selbst“ gereist bin. Wilder werden? Davor hatte ich ehrlich gesagt richtig Angst.

Ich hatte mir doch mühsam antrainiert, lieb und nett zu sein, bei Problemen und Hindernissen lösungsorientiert zu handeln und wenn’s Ärger gab, diesen erstmal auf dem Meditationskissen auszusitzen.

Doch, auch wenn Ruhe und Besinnung uns eine Möglichkeit schenken, mit Weitblick auf die Hindernisse unseres Lebens zu schauen, sind wir eben nicht kleine, getarnte Zen Mönche im Großstadtdschungel.

Es gibt da einen anderen Teil in uns, der nach Ausdruck verlangt.

„Fierce and Wild“: Unterdrückte Anteile als Motor

„Wir tragen alle, den allzu oft missintegrierten Animus in uns. Ein gesunder, gut integrierter Animus fungiert als Aufpasser, Organisator und Beschützer in der femininen Psyche…“

… sagt die amerikanische Schriftstellerin und Jungsche Psychoanalytikerin Clarissa Pinkola Estés.

Was sie damit meint, ist unsere männliche Seite, die uns hilft all die Wunder, unsere Intuition und Empfindungen, sprich: unsere femininen Wesensanteile in die Welt hinauszutragen.

Maskuline Anteile integrieren, um in die Aktion zu kommen

Dieser Animus repräsentiert ein unerlässliches Element in jedem von uns. Doch: die maskulinen Anteile in der weiblichen Psyche besitzen genau die Eigenschaften, welche Frauen traditionell aberzogen und aberkannt wurden – und leider immer noch werden.

Vielen Frauen ist es weiterhin unmöglich laut, klar und deutlich zu ihrem Befinden und ihrer Meinung zu stehen. Stattdessen ziehen wir falsche Harmonie vor und schubsen unsere Seele ein Stückchen mehr über den Abgrund.

Dieser Animus spiegelt sich in unserer ganz natürlichen Aggressivität und Intensivität wider. Qualitäten, die sich weder positiv noch negativ ausdrücken wollen.

Was bedeutet dieses wild werden?

Mich an die Schamanin zu erinnern und „wild zu werden“ bedeutete für mich, in mein tiefen innerlichen Ich ein unerschütterliches Gefühl zu erfahren, zu wissen wer ich bin und wie ich authentisch dazu berufen bin, diesem Ich Ausdruck zu verleihen.

Was will ich wirklich? Wie möchte ich wirklich wirklich behandelt werden?

Es gibt nur eine Antwort: dass ich wirklich bereit bin mich kennen zu lernen und das neu entdeckte Ich nicht zu enttäuschen, in dem ich vorgebe etwas anders zu sein. Wild sein bedeutet für mich, dass ich die auferlegten Erwartungen und Wünsche meiner Eltern, Großeltern, ArbeitskollegInnen und ja auch FreundInnen einer genauen Prüfung unterziehe. Meine Intention ist, für meine tief innenliegende Kraft gerade zu stehen und dieser einen – mir gerecht werdenden – Ausdruck erschaffen.

Gleiches gilt für Traurigkeit. Auch wenn diese uns gefühlt lähmen mag und müde macht, können wir diesen Zustand beispielsweise durch sanftes Schwingen in einen kraftvollen Tanz transformieren.

Zu oft lassen wir uns von unseren Gedanken ausbremsen, anstatt durch das Zurückkommen in unseren Körper unsere natürliche Kraft wieder zu erleben.

Wie ich meine persönliche wilde Seite entdeckte und in meinen Alltag integrierte

Nach und nach wurde ich spielerisch und verlieh ich meiner – zunächst hilflosen – wilden Frau ihren ganz eigenen Ausdruck. Ich begann

  • in den Wald zu gehen, nackt zu tanzen, zu lauschen und mich auf dem Waldboden zum Ruhen einzurollen
  • durch die Löwen-Atmung meinem Frust und meiner Wut freien Lauf zu lassen
  • morgens wild und frei zu meiner Lieblings-Musik zu tanzen
  • zu rennen und neue Sportarten wie Boxen, Play Fight und Klettern auszuprobieren
  • zu entdecken, dass ich eine Künstlerin bin und dass ich durch das Formen meiner Yoni aus Ton immer wieder eine magische Verbindung zu mir selbst erfahre
  • meinem Körper mehr zu erlauben, was und wie viel er wirklich essen darf und mir das Recht ‚rauszunehmen, meinen Körper so zu lieben, wie er ist

Ja zu mir

Dieser Weg führte dazu, dass ich mich von vielen gewohnten, angepassten Eigenschaften und Handlungen verabschieden musste. Ich habe gelernt, Nein zu sagen und Freunden und Familie meine ehrlichen Gedanken mitzuteilen.

Durch meinen Weg spüre ich deutlich, dass ich einen kraftvollen Zugang zu meiner inneren Stärke gewonnen habe – und diese Stärke sieht es nicht mehr ein, still zu sein oder bemüht zu tun, wenn sie schwach ist.

Yoni-Power. Kunst als Ausdruck. Kunst als Medizin.

Dazu gehört auch, dass ich mir eingestehen musste, dass ich meinen Alltag besser strukturiere und zu vielen tollen Angeboten „Nein“ sagen darf. Meine Atmung ist tiefer geworden und irgendwie fühlt es sich so an, als wäre ich ein Stück größer geworden; gleichzeitig geerdet und verbunden durch die haltende Kraft unserer Erde.

„Es ist der Geist der Verneinung, des Willens zum Leben!“ 

A. Schopenhauer

Mit meinem Weg möchte ich dich inspirieren, wie du durch kleine mutige und etwas unkonventionelle Abwandlungen sehr kraftvolle Veränderungen deines Alltages erleben darfst. Ich bin so begeistert davon, wie viel Spaß es machen kann, die ungezähmte Seite in uns zu entdecken und ihr einen spielerischen Ausdruck zu verleihen.

Ja zu dir

Oft flüstert unsere Angst mit flauem Gefühl im Magen, wir könnten unserer geliebten Komfortzone nicht entweichen. Doch gerade durch die Urkraft in uns haben wir alle das Glück, über eine stetige Kraftreserve in uns zu verfügen. Eine Kraftreserve, die uns da hinbringt wo wir wirklich hingehören.

Ich möchte dich dazu inspirieren, wie Du sogar an dunklen, nassen Tagen dein inneres Feuer entfachst und über die kalte Jahreszeit hinaus Licht in deinem Herzen trägst.

May the power of all Yonis be with you,

Deine Inga

Kommender Workshop von Inga from the Yoniverse

„Create Your Own Yoni & Connect with Your femininity“ am 24.11 in Berlin: Ich möchte von Herzen mit Dir diese wunderbare starke Verbindung zu uns selbst feiern und in deiner selbstgemachten Yoni Skulptur einen kreativen, kraftvollen Ausdruck verleihen!

Die Autorin

Inga Laumann

Inga Laumann

Als Künstlerin, Visionärin und Gründerin von Inga from the Yoniverse begeistert und inspiriert Inga Menschen jedes Geschlechts mit dem Ausdruck ihres Inneren und ihrer Passion zur Selbstliebe. Ihren Fokus lenkt sie auf die in uns wohnende weibliche Kraft – Quelle der Intuition und Kreativität. 

Genau diese besondere Kraft teilt sie mittels Yoni -Skulpturen, Yoni- Schmuck, -Mandalas, und  -Zeremonien, in denen Teilnehmerinnen ihren eigenen Zugang zur weiblichen Intuition und inneren Weisheit erfahren und dieser einen schöpferischen Ausdruck verleihen können.

Literaturempfehlungen

Photocredit: Katja Vogt

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