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Heilkräuter in der Ayurveda

ayurveda detox-drink copyright by julia wunderlichDravjaguna, die ayurvedische Heilkräuterkunde, behandelt Eigenschaften und Wirkweisen verschiedener Kräuter auf den menschlichen Organismus. Der Gebrauch von Gewürzen und Heilkräutern richtet sich in der Ayurveda-Küche nach der körpereigenen Beschaffenheit und den Jahreszeiten. Gewürze, die das ganze Jahr über empfohlen werden, sind Koriandersaat, Kreuzkümmel, Kurkuma und frischer Ingwer. In der Auflistung findest Du zentrale Heilkräuter aus der Ayurveda-Küche. Mehr zum Thema Detox findest Du hier.

Ajwain

Ajwain oder Agnivardhana, das, was das Agni stärkt. Ajwain heißt bei uns auch Königskümmel, weil es einen sehr hohen Einfluß auf unser Verdauungsfeuer hat. Ajwain ist scharf und bitter mit leicht süßer Note. Es wirkt erhitzend und wird oft in Verbindung mit Linsen- oder Kohlgerichten benutzt, um die Verdauung zu unterstützen.

Ashwagandha

Die Ashwagandha-Wurzel ist bitter und zusammenziehend mit erhitzender Wirkung. Die Wurzel reduziert Vata und Kapha und wird in der Naturheilkunde gerne bei nervösen Störungen eingesetzt. Ashwangandha hat eine stark aufbauende Wirkung. Sie stärkt das Immunsystem und schenkt Kraft, auch emotional. Trotz seiner aufbauenden Wirkung wird in der Schwangerschaft von dem Gebrauch von Ashwagandha abgeraten.

Brennessel

Die Brennessel ist ein wunderbar heimisches Mittel, um Blut und Haut zu reinigen. Sie ist bitter und zusammenziehend im Geschmack und wirkt kühlend. Sie gleicht alle Dosas aus. Ihre Kraft gibt Haaren und Nägeln Stabilität, wirkt also kräftigend durch die Reinigung, die sie bewirkt. Brennessel wirkt lindern bei Arthritis. Im Frühling kann die frische Brennessel als Salat gegessen werden. Auch die Samen sind von großer Wirkkraft, sie schärfen den Geist und gelten als Europäischer Ginseng. Brennessel eignet sich besonders im Frühling.

Cardamom

Cardamomsaat ist erhitzend und bitter im Geschmack mit wärmender Wirkung. Er reduziert Vata und Kapha, lindert aber auch starke Säure und wird deswegen in vielen arabischen Ländern in den Kaffee gegeben. Cardamom hat eine blähungstreibende Wirkung und wird traditionell in ayurvedischen Süßspeisen eingesetzt. Cardamom eignet sich besonders im Sommer und Herbst.

Cayenne

Cayenne oder getrocknete Chilli ist scharf und in ihrer Wirkung erhitzend. Cayenne wirkt anregend auf den Stoffwechsel und auf Agni, unser Verdauungsfeuer. Zudem wirkt Cayenne antibakteriell und wird deswegen in heißen Ländern Speisen zugesetzt. Im Sommer kann Cayenne Pitta reizen. Menschen mit Vata- oder Pitta-Überschuss sollten Cayenne vorsichtig einsetzen.

Dill

Dill ist scharf und bitter. Leicht und heiß in seinen Eigenschaften hat es guten Einfluss auf Leber und Blase. Er wirkt blähungstreibend und ist gut bei Verstopfungen. Dill reduziert vor allem Pitta und Kapha.

Datteln

Datteln sind ein beliebtes Aphrodisiakum. Mit ihrer Süße nähren sie das Kapha und schenken körperliche und geistige Stabilität. Sie verringern Pitta und Vata. Datteln eignen sich im Herbst und Winter für die körperliche und seelische Balance.

Fenchel

Fenchelsaat ist scharf, bitter und süß mit wärmender, leichter Wirkung. Er reduziert Vata und Kapha und wird in Indien traditionell zum Anregen von Appetit und zur Ankurbelung der Verdauung nach dem Essen genutzt. Bei Blähungen ist Fenchel sehr wirksam, besonders bei Kleinkindern. Fenchel ist vor allem im Sommer und Herbst sehr gut geeignet.

Haritaki

Haritaki bedeutet: das, was alle Krankheiten heilt. Haritaki wirkt direkt im Darm, egal, ob Verstopfung, Blähung oder Durchfall, Haritaki bringt in Balance, was aus dem Gleichgewicht geraten ist. Du findest Haritaki auch in der 3-Kräuter-Kombination Triphala.

Ingwer, frisch

Frischer Ingwer, Adrak, ist scharf und süß und in seiner Wirkung warm und leicht. Er reduziert Vata und Kapha und wirkt sehr anregend auf die Verdauung. Ingwer wirkt blähungstreibend, schleimlösend und ist bei Übelkeit und Kopfschmerzen wirksam. Die Wurzel wärmt ohne extrem zu erhitzen, sie wirkt präventiv gegen Erkältungen. In der Schwangerschaft sollte der Gebruach von Ingwer eingeschränkt werden, weil er abtreibende Wirkung haben kann. Frischer Ingwer kann das ganze Jahr über in Mahlzeiten und als Tee getrunken werden.

Ingwer, trocken

Shunti, der getrocknete Ingwer ist scharf und leicht herb. So wirkt er trocknender und erhitzender, als der frische, feuchte Ingwer. Er reizt daher Pitta leichter und sollte nicht so oft eingesetzt werden, wie der frische Ingwer. Im Sommer ist Shunti nicht so geeignet.

Knoblauch

Knoblauch trägt viele Geschmäcker in sich. Er ist warm und feucht und reduziert Vata und Kapha. Roher Knoblauch ist scharf und wird im Kampf gegen Parasiten eingesetzt. Gekochter Knoblauch gilt als Rasayan, als Verjüngungsmittel und wirkt stärkend, auch auf unsere Fortpflanzungsorgane. Knoblauch stärkt das Immunsystem und sollte vor allem im Hernst und Winter gegessen werden.

Koriandersaat

Koriandersaat ist eines der tragenden Gewürze im Ayurveda und ist eines der Hauptbestandteile einer Currygewürzmischung. Koriander reduziert Pitta und Kapha, wirkt entzündungshemmend und blähungstreibend. Vor allem im Sommer und Herbst wird der Gebrauch von Koriandersaat empfohlen.

Kreuzkümmel

Kreuzkümmel ist scharf und bitter. Er wirkt warm und trocken. In der Ayurveda-Küche wird Kreuzkümmel verwendet, um Linsengerichte und andere Hülsenfrüchte leichter verdaulich zu machen. Kreuzkümmel reduziert Vata und Kapha und ist hilfreich bei Koliken und Blähungen. Auch bei Übelkeit (in der Schwangerschaft) wird Kreuzkümel erfolgreich eingesetzt.

Kokos

Kokosnuss schmeckt süß und wirkt stark kühlend. Die schwere, kalte Eigenschaft der Kokosnuss macht sie im Winter eher ungeeignet. Im Sommer ist das kühlende Öl innerlich, wie äußerlich ideal, um Pitta zu senken. Kokosöl hat eine entzündungshemmende, heilende Wirkung auf den Darm und ist im Sommer die perfekte Gesichtspflege.

Kurkuma

Kurkumawurzel, die Königin der Gewürze. Kurkuma oder Gelbwurz ist, neben der frischen Ingwerwurzel, zentrales Heilmittel in ganz Asien. Bitter und scharf im Geschmack, wirkt Kurkuma heiß und trocken. Kurkuma verringert Kapha und Pitta. Vor allem bei inneren und äußeren Entzündungen entfaltet die Kurkumawurzel seine großse Heilkraft. Sie wirkt stärkend auf die Leber, reinigend auf das Blut, klärend auf das Hautbild und gleicht den Blutzuckerspiegel aus. Kurkuma ist blutstillend und antibakteriell. Kurkuma wirkt präventiv gegen Erkältungen und zeigt große Erfolge in der Krebstherapie. Kurkuma sollte täglich und zu allen Jahreszeiten eingenommen werden.

Lavendel

Lavendel schmeckt scharf und süß und hat eine kühlende Wirkung. Lavendel beruhigt Pitta und wirkt ausgleichend auf Kapha. Vor allem in Körperölen und Badezusätzen dient Lavendel der Beruhigung. Aufgegossen als Tee ist Lavendel ideale Einschlafhilfe. Im Sommer und Herbst lindert er saisonbedingte Hitze und Nervosität im Körper.

Minze

Minze ist scharf und bitter mit wärmender Qualität. Sie reduziert Vata und Kapha. Es gibt viele Arten von Minze. Im Sommer eignet sich besonders die Spearminze, sie ist auch süß und beruhigt das Pitta. Minze wird bei Kopfschmerzen, Fieber und Hautkrankheiten eingesetzt.

Muskat

Muskat schmeckt süß, scharf und bitter und wirkt warm. Er reduziert Vata und Kapha und wird bei Verstopfungen eingesetzt. Muskat hat eine beruhigende, aphrodisierende Wirkung und hilft bei Schlaflosigkeit. Zum Beispiel in einer Gewürzmilch. Auch bei Durchfall wirkt Muskat erfolgreich. Kleinkinder sollten möglichst kein Muskat essen. Vorsicht auch in der Schwangerschaft. Muskat ist im Herbst und Winter wegen seiner wärmenden Qualität ideal.

Pippali

Der indische Langpfeffer trägt alle Geschmäcker in sich. Er reduziert Vata und Kapha sowie Ama, Giftstoffe im Körper. Pippali wird verjüngend und aphrodisierend. Traditionell wird Pippali vorbereitend bei einer Entgiftungskur gegeben, um die Giftstoffe im Körper zu lösen, die anschliessend durch Ghee-Vergabe hinausgespühlt werden sollen. Pippali eignet sich auch als Zugabe im Detox-Drink.

Petersilie

Petersilie ist scharf und bitter mit warmer Wirkung. Sie reduziert Vata und Kapha und regt das Verdauungsfeuer an. Auf das Blut hat sie eine reinigende Wirkung und wird deswegen bei Kuren eingesetzt.

Rose

Von der Rose wird nicht nur in der Ayurveda-Kosmetik Gebrauch gemacht. Auch in Süßspeisen oder als Tee sind Rosenblätter beliebtes Mittel, um im Sommer das Pitta zu regulieren. Die Blätter schmecken bitter, zusammenziehend und süß und wirkend kühlend. Rose beruhigt Körper und Nerven und somit auch das Herz. Sie wirkt entzündungshemmend und belebt die Haut.

Rosmarin

Rosmarin ist scharf und bitter im Geschmack. Er wirkt trocken und warm. Rosmarin reduziert Kapha und Vata, wirkt schleimlindernd und verdauungsfördernd. Rosmarin wärmt, erfrischt, wirkt stimmungsaufhellend und regt den Blutkreislauf an.

Safran

Safran ist scharf, bitter und süß und wirkt trotz der Schärfe kühlend. Safran ist beliebtes Mittel, um Pitta zu senken und ist deswegen ein beliebtes Sommergewürz. Safran gilt als Rasayan und wirkt beruhigend auf das Verdauungssystem. Safran hat einen positiven Einfluss auf den Blutkreislauf und sollte gerade deswegen in der Schwangerschaft gemieden werden.

Salbei

Salbei wirkt wärmend und harmonisierend bei Reizungen im Halsbereich und bei Erkältungen, solange kein Fieber auftritt. Salbei schmeckt scharf, bitter und zusammenziehend. Es mindert Kapha und Vata. Salbei dient auch als Räucherware oder Ritualbestand, um Räume energetisch zu reinigen.

Senfsaat

Senfsaat ist scharf und wirkt heiß. Es fördert die Verdauung und regt Pitta an. Im Übermaß kann es zu einer Reizung von Pitta führen. Senfsaat wird oft in Verbindung mit Kokos gereicht, um die Kühle und Schwere der Kokosnuss zu mildern. Senfsaat gilt als Rasayan und ist ideal in schweren Speisen oder Wintergerichten.

Sesam

Sesam gilt als Rasayan. Er schmeckt süß und wirkt erhitzend. In den Speisen regt Sesam die Verdauung an und erhöht ebenso Pitta. In geringen Mengen ist das Öl kapha-regulierend. Durch die Wärme wird Vata gelindert. Sesamöl eignet sich auch für wärmende Massagen, vor allem im Winter. Bei Hautproblemen ist Sesamöl kontraindiziert.

Trikatu

Trikatu ist eine Kombination aus Pfeffer, getrocknetem Ingwer und Pippali, dem indischen Langpfeffer. Mit Trikatu kann gekocht werden, es kann aber auch bei Verdauungsschwäche mit Honig angerührt und dann gegessen werden. Es eignet sich bei Kapha-Überschuß. Im Übermaß hat Trikatu eine abführende Wirkung.

Triphala

Triphala ist die sicherste und am Häufigsten verschriebene Ayurvedische Droge. Triphala besteht aus drei verschiedenen Kräutern und wirkt stabilisierend und harmonisierend auf alle drei Dosas, als auch auf das Verdauungsfeuer. Haritaki, Bibhitaki und Amla bewirken gemeinsam eine verbesserte Verdauung.

Thymian

Thymian ist bitter und scharf  mit heißer und trockener Wirkung. Er reduziert Piita und Kapha und ist besonders bei Erkältungen und Schleim in der Lunge wirksam. Er fördert die Verdauung und die Durchblutung.

Tulsi

Tulsi gilt in Indien als heilige Pflanze. Vor Häusereingängen dient sie als Schutz. In der Ayurveda-Medizin findet Tusli eine sehr breite Verwendung. Bei Husten, nervösen Unruhezuständen und Schlafproblemen wirkt Tulsi mit seiner beruhigenden Kraft. Er wirkt erwärmend und schleimlösend, reduziert Vata und Kapha und wird auch bei Hautkrankheiten erfolgreich eingesetzt. Tulsi ergibt den perfekten Herbst-Tee.

Vanille

Vanille ist ein Aphrodisiak und ein wunderbares Stärkungsmittel für die Nerven. Sie senkt Vata und Pitta und stärkt Kapha auf der emotionalen Ebene. Vanille harmonisiert und macht glücklich.

Yamswurzel

Die Yamswurzel gilt als Verjüngungsmittel und wirkt in allen Bereichen, die Fortpflanzung betreffend. Sie fördert die Samenproduktion beim Mann und hat einen ausgleichenden Effekt auf die Gebärmutter. Mehr über die Yamswurzel.

Zimt

Zimtrinde ist scharf, bitter und süß mit wärmender und trocknender Wirkung. Es vermindet Vata und Kapha und kann im Übermaß Pitta reizen. Zimtrinde ist anregend, fördert die Durchblutung und mindert den Blutzucker. Zimt eignet sich im Herbst und Winter besonders gut.

Zitrone

Die Zitrone ist, obwohl sauer im Geschmack ein Lebensmittel, das sich ausgleichend auf alle Dosas auswirkt. Trotz der Säure reizt die Zitrone Pitta nicht. Sie wirkt mild und treibend auf die Verdauungsorgane. Im Ayurveda wird die Zitrone gerne im Salatdressing anstelle von Essig verwendet.

Zitronengras

Zitronengras gehört nicht zu der traditionell ayurvedischen Küche, ist aber wunderbare Zutat in Reingungs-Suppen. Zitronengras schmeckt scharf und bitter mit kühlender Wirkung. Es senkt Pitta und Kapha, fördert den Urinfluß und kurbelt die Tätigkeit der Nieren an.

Zwiebel

Die gekochte Zwiebel ist scharf und süß und wirkt erhitzend. Somit ist sie anregend und wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus. Die Zwiebel ist ein Rasayan und gilt als Aphrodisiakum. Daher wird sie – wie Knoblauch auch – in der yogisch-sattvischen Ernährung gemieden.

Zu Beachten: Während der Schwangerschaft ist von der Gebrauch von Kräutern nur in Absprache mit einer HeipraktikerIn oder einer erfahrenen KräuterspezialistIn zu empfehlen! Generell gilt, dass spezielle Heilkräuter-Einnahme über einen längeren Zeitraum hinaus, kontrolliert werden sollte.

Rezepte mit traditionellen ayurvedischen und heimischen Gewürzen findest du auf der Rezeptseite.

Eine gute Einführung in die Ayurveda Pflanzenheilkunde bekommst Du in „Die Ayurveda Pflanzenheilkunde – Der Yoga der Kräuter„, Dr. Vasant Lad und Dr. David Frawley.

Quelle: „Food as Medicine, The Theory and the Practice of Food“, Todd Caldecott. Vancouver 2012.

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