Ayurveda Küche im Winter

Wie wir mit duftenden Gewürzen, erdendem Gemüse und kräftigen Speisen unser inneres Feuer und Licht im Winter stärken können.

Dieser Artikel wurde von mir für den Blog food movement geschrieben.

Wie du im Winter dein Immunsystem stützen und deine Emotionen balancieren kannst

Die Ayurveda ist ein zyklisches, nach den Jahreszeiten ausgerichtetes Heilsystem.
Wir Menschen werden zwar als Individuen mit wiederum ganz individuellen Bedürfnissen verstanden, dennoch stehen wir immer im Kontext zu unserer Umwelt. Daher spielen die Jahreszeiten auch so eine große Rolle in der Ayurveda.

Die verschiedenen Jahreszeiten werden hier einem bestimmten Element oder auch Dosa zugeordet. Hierbei dient die Nähe der Erde zur Sonne als ausschlaggebendes Kriterium.

Wozu dient diese Einteilung?

In der Ayurveda gibt es die drei Dosas oder Bioenergien Vata, Pitta und Kapha. Diese setzen sich jeweils zwei Elementen zusammen. Die Dosas oder Elemente bestimmen uns in unseren körperlichen und psychischen Eigenschaften. Und sie wirken sich auch auf unsere körperliche und emotionale Verdauungskraft aus.

Die zu verschiedenen Jahreszeiten vorherrschenden Elemente oder Dosas können zu Disbalancen, zu Krankheiten oder zu Infektanfälligkeit führen.

Je mehr wir das Wissen um die vorherrschenden Elemente in unseren Alltag integrieren und unser Leben verstärkt den Rhythmen der Natur angleichen, um so mehr können wir unsere Resilienz und unser Immunssystem stärken.

Der Winter in der Ayurveda

Der Winter wird in den Frühwinter und den Spätwinter unterteilt. Beide Phasen werden mit dem Kapha-Dosa assoziiert. Das Kapha Dosa wird durch die Elemente Erde und Wasser bestimmt. Um das Kapha-Dosa in seiner Wirkweise wirklich zu verstehen, müssen wir einen Blick auf seine Eigenschaften werfen. Kapha steht für Stabilität, Schwere, Feuchtigkeit, Dichte, Langsamkeit, für Gewicht und Zusammenhalt.

All diese Faktoren bestimmen uns im Hemanta, dem Frühwinter, auf besondere Weise. Gleichzeitig wirkt das aufbauende Kapha stabilisierend auf die anderen beiden Dosas – sprich Vata und Pitta.

Shishira ist der Spätwinter und beginnt in der Regel ab Mitte Januar. Im Spätwinter empfiehlt es sich, langsam auf herbere und scharfe Nahrungsmittel umzusteigen, um schweren, schleimigen Erkältungen im Frühjahr vorzubeugen. Ayurveda Frühlingskuren unterstützen uns, das schmelzende Kapha aus unserem Körper herauszulösen.

Die Zeit des Aufbaus

Unser Verdauungsfeuer, auch Agni, ist im Frühwinter außerordentlich stark. Unser Körper produziert sehr viel Hitze, um uns warm zu halten, das Immunsystem zu stützen und den Stoffwechsel zu steigern.

Die vom Körper produzierte Hitze wirkt sich auf unsere Verdauungskraft aus. Wir verdauen jetzt außerordentlich gut. Unsere Aufgabe ist es jetzt, das intensive Feuer gut zu nähren, damit es effektiv arbeiten und uns warm halten kann.

Was wir jetzt besonders brauchen

Da laut der Ayurveda auch die Geschmacksrichtungen von Elementen dominiert werden, stabilisieren wir in der saisonalen Küche auch über den Geschmack.

Der süße, salzige und saure Geschmack bringt uns im Frühwinter Stabilität, Erdung und Feuchtigkeit. Vor allem die Süße wirkt aufbauend auf unsere Gewebsstruktur, sie nährt Körper und Geist.

Jetzt ist es wichtig, dem Bedürfnis unseres Körpers nach schweren, energiereichen Speisen nachzukommen. Ein warmes Haferporridge am morgen, sowie Kohleintöpfe und Linsengerichte können jetzt vom Körper sehr gut assimiliert werden. Die in ihnen enthaltenen Vitamine brauchen wir im Winter ganz besonders.

Gewürze wie Zimt, getrockneter Ingwer, Nelken, Muskat, Anis, Senfsaat, Sesamsaat und Fenchel sind jetzt ideal zum Kochen. Frischer Ingwer, Kreuzkümmel und Kurkuma unterstützen zusätzlich unser Immunsystem. Biomilch, Mandelmilch, gekochte Zwiebeln, Rosinen, Mandeln, Datteln und auch Honig wirken jetzt aufbauend und stabilisierend.

Auch gute Fette sind für die Geschmeidigkeit der Verdauung und für das seelische Wohlbefinden essentiell. Ghee und Sesamöl sind idele Fette für den Winter. Sie nützen auch für wärmende Massagen.

Winter ist die Zeit von seelischer Verarbeitung und Transformation. Daher eignet sich diese Zeit für essentielle Ruhephasen. Auch, um das vergangene Jahr auf psychischer Ebene zu verdauen und loszulassen, was nicht mehr gut tut. Berührung, Wärme und Nähe geben uns in der dunklen Jahreszeit zusätzlich Balance.

Wintercurry Rezept

Ein balancierendes, wärmendes Wintercurry ist zum Beispiel dieses Kürbis-Kichererbsen-Curry. Bei beeinträchtigter Verdauungskraft empfiehlt es sich, weniger Kichererbsen zu nehmen und sie mit Kürbis zu ersetzen. Das Rezept reicht für 4 Personen.

Du brauchst

1 rote Zwiebel
1 Stück Ingwer, daumennagelgroß
1 EL Ghee (geklärte Butter)
1 mittelgroßen Hokkaido
1 Dose Kichererbsen, ca. 240 g Abtropfgewicht
300 ml Kokosmilch
1 TL Koriandersaat
1/2 TL Zimt
¼ TL Kurkuma
¼ TL Kreuzkümmel
1 Messerspitze Bockshornkleesaat
1 Messerspitze Chilliepulver
(Optional geht auch eine Currymischung, mittelscharf, dann aber Zimt dazu fügen)
Salz
Pfeffer
1 EL Ahornsirup
½ Limette
Frisches Koriandergrün

Und so geht’s

Zwiebel und Ingwer schälen und hacken. Hokkaido waschen, halbieren, entkernen und würfeln. Kichererbsen abgießen, waschen und abtropfen lassen.

Ghee in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Ingwer und Zwiebel dünsten. Dann die Kichererbsen scharf anbraten. Nach fünf Minuten Kürbis dazu geben und ebenfalls kurz anbraten. Mit Kokosmilch und einem Schuss Wasser ablöschen. Jetzt alle Gewürze (bis auf den Limettensaft, den Sirup und das Koriandergrün) dazugeben. Die Pfanne abdecken und alles bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

Wenn der Kürbis gar ist, Pfanne vom Feuer nehmen. Ahornsirup unterrühren und mit Limettensaft beträufeln. Koriandergrün darüber zupfen. Fertig.

Grow grounded,
Deine Julia