leela – kosmischer Tanz im Frühling

Wenn Mutter Natur ihre Spiele spielt, ist es Zeit für Deine Frühjahrsintention!

Während ich in der Küche sitze, ereignet sich vor dem Fenster lauter Tumult. Das Elsternpaar ist zurückgekehrt und vertreibt die letzte Krähe, um sich wieder in der Hof-Kastanie niederzulassen und zu brüten. Trotzdem: ich mag Elstern. Diese hier schimmern besonders schön grün und blau im jungen Sonnenlicht.

Mit jedem Schritt auf die Sonne zu, kann man sehen, wie Knospen aufspringen und sich grünlich weiße Blütenstämme ihren Weg ins Licht hinein bahnen. Bald werden die Kastanienblätter den lauten Nestbauern wieder ein sicheres Dach bieten.

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Frühlingstanz. (Photo von David Tully)

Jetzt ist wirklich Frühling. Der Neubeginn des ewig erscheinenden Kreislaufs Leben auf diesem Planeten. Schnell ein paar Sommersprossen auf der Nase gezüchtet und ab ins Grün, um unter Kirschblüten zu DubTechno die Hüften wieder aufzuwärmen.

So ein Frühling ist immer auch Tanz, Leichtigkeit, Aufregung und Spiel

Leela – oder auch lila – heißt das Spiel der Göttin, welches den Kreislauf des Lebens ermöglicht. Ohne sie, so besagt es das hinduistische Konzept von leela, läuft im Universum garnichts.

Das Spiel der Göttin dient vorab der Reproduktion neuen Lebens. Ihr Spielen, einem Tanz gleich, ist dabei anarchisch, leicht, vergnüglich.

Die Göttin ist die Erde. Sie ist die physische Welt, die mannigfache Entfaltung von Materie. Sie ist Blüte und Fülle. Sie ist der Stoff, aus dem wir gemacht sind, egal in welcher temporären Form. Sie nährt uns und in sie gehen wir zurück.

Diese Erde oder die physische Welt heisst im Sanskrit Prakriti. Prakriti ist zeitgleich Materie, aus welcher wir entstehen UND ist die dynamische Energie, welche Kraft für jede Kreation liefert.

Prakriti ist wie ein Pool. Aus dem Pool heraus entstehen die fünf Elemente Wasser, Erde, Feuer, Luft und Raum. Diese fünf Elemente sind in allem enthalten, so besagt es auch das System Ayurveda.

Prakriti ist „aktive Materie“, Frühling in Person

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Durga, hier noch auf einem Löwen reitend. Heute ist ein Tiger ihr Leittier.

Berühmte Verkörperung der Prakriti ist übrigens Durga, Siegerin über die Dämonen. Als Königin beherrscht und behütet sie den Kosmos. Sie vernichtet alles, was Stabilität und Leben gefährden könnte. Sie ist Shakti, die unabhängige weibliche Kraft und strahlende Übermacht im Universum. Zugleich ist sie Meisterin im Spiel (lila), sie dirigiert Zeit, Jahreszeit und – als Prakriti eben auch: das Entstehen.

Tanz der Dämonen

Doch die Göttin wäre keine Göttin, würde sie bloß „reproduzieren“. Ihre Magie und Kraft zeigt sich in ihrer Transformation,  indem sie Neues schafft.

Und so fühlt sich jeder Frühling auch an: wie Neubeginn. Deswegen sagen wir ja auch nie: was, schon wieder Frühling? Eher sagen wir „Ja“, kaufen einen Eimer Farbe und streichen die Wohnung neu.

Frühling ist wie loslassen und einen Schritt weitergehen. Transformation eben.

Perfekte Zeit also für eine transformative Frühlings-Intention. Und für die Frage, wie Du Dich neu orientieren möchtest. Welchem Dämon möchtest Du mehr oder weniger zart den Kopf abschlagen und mit einem entschiedenen „Exhale“ loslassen? Oder möchtest Du Deinen Dämon lieber im Frühlingstanz empfangen und mit Liebe in Dein Leben integrieren?

Leela ist auch Elsterngezänk und Kastaniengrün. Sei Prakriti! Kreativ, unabhängig, voll der Veränderung und Kraft. Alles ist möglich. Mit dem Blick auf diese magisch berstenden Kastanienblüten kann es nicht anders sein!

♥ Julia

 

Wenn Du mehr über die Shakti lesen möchtest, lies hier weiter.

Und wenn Dich Dämonen-Verdauen interessiert, dann hier.

 

 

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