Zwischen Fischerdorf und Meer liegt die Stille…

…und das Lehmhaus von Frau Giri

 

sagar 2 copyright by julia wunderlich

Frau Giri in ihrer Zauberküche.

Es ist Sommer in Bengalen. Und wir warten auf den Monsun. Jeden Tag verspricht der Himmel mit dunklen Regenwolken kühlendes Nass von oben. Aber uns ätzt nur brennender Schweiss die Haut. Unter dem Himmel liegt das Meer, in dunkelbrauner Melange verschmolzen mit all dem, was die Ganga in sich trägt. Es ist Sommer 2009 und über mir wohnt der Himmel von Ganga Sagar.

Frau Giris Haus liegt rechts hinter dem Teeladen auf dem Weg ins Dorf. Frau Giri kocht, vor kleiner Flamme hockend, opulente Menüs. Sie kocht, was da ist. Sie kocht regional, saisonal, lokal – so voller Liebe, dass jeder Bissen zwischen Zunge und Gaumen dahin schmilzt – wie Creme. In mir kehre ich oft zurück in ihre kleine bengalische Küche und erinnere mich an die nährende Kraft, die in diesem Essen gesteckt hat. Heute weiss ich: es war mein erstes Mal. Mein Augenöffner. Mein erster Schritt zurück zur Intuition und – gleichzeitig – hinaus ins Offene, in meine rolling-tiger Ayurveda-Küche hinein.

 

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