sommerbalance

Die Sommersonne beeinflusst unsere Konstitutionstypen auf verschiedene Weise. Welche besonderen Tips die Ayurveda für jedes Dosa parat hält, erfährst du hier.

Sommer ist die Zeit des Hedonismus. Sommer schenkt uns Helligkeit, Duft und Fülle. Unsere Sinne, unsere Aktionen, unsere Körper sind sehr nach Außen gerichtet. Im Glanz der Sonne erobern wir uns die Tage im Draussen zurück. In kurzen, schlaflosen Nächte gehen wir auf Abenteuer aus: um uns entspinnen sich magische Geschichten, verrückte Reisen im Mikrokosmos – und mit einem Mal scheint alles möglich. Der Sommer macht uns wild und sanft, auf seine Weise.

Der Sommer macht und aktiv und gleichzeitig auch langsam. Gefühlt und tatsächlich. Ein wenig, wie Zeitlupe… Die Wärme übt sich auf unseren Stoffwechsel, also auch auf unser Verdauungsfeuer aus. Wir verdauen und transformieren einfach langsamer, wenn es richtig warm ist.

Wie die Dosas im Sommer so ticken

Auch wenn wir uns im Sommer so befreit und fließend fühlen, kann es hilfreich sein, zu wissen, was in dieser Jahreszeit so in uns passiert. Im Sommer ticken die verschiedenen Dosas nämlich komplett anders. Demnach sind unsere Bedürfnisse auch sehr verschieden.

Wie jede Jahreszeit ist auch die Sommerzeit an ein Dosa gebunden. Sommer ist die Zeit des Pitta, des Feuers. Sommer vermindert Kapha, also Erde und Wasser in uns. Trockenheit nimmt zu Trotzdem reagieren die verschiedenen Typen individuell auf die Wärme, die uns jetzt umgibt.

Vata + Sommer = im ‚flow‘

Vata-Typen legen erst ab 25 Grad so richtig los, denn sie  lieben die Hitze. Vor allem die trockene Hitze. Die Wärme hat eine beruhigende Wirkung auf das hochaktive Vata-System. Menschen mit viel Wind empfinden die Wärme wie einen Puffer, sie können sich frei, geborgen und lebendig in einem fühlen. Sie sind exzessive Sonnenbader und bewegen sich in der Wärme, wie Fische im Wasser.

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Der Einfluss der Sonne auf die Dosas.

Bremse für Kaphas

Kaphas befinden sich im Sommer in einem Zwiespalt. Einerseits tut ihnen Hitze gut, um angestaute Schlacken zu verbrennen und um ‚leichter‘ zu werden. Andererseits empfinden sie Hitze meist als lähmend. Kaphas schwitzen leicht und beim Badetag am See findest du sie auf jeden Fall im Schatten. Sie leiden wirklich unter der Sommerhitze und sehnen sich den Sommerabend herbei.

Balanceakt für Pitta

Pittas liegen zwischen Vata und Kapha. Sie lieben die Hitze, aber Hitze macht sie auch unausgeglichen. Für Pittas ist die Balance im Sommer nicht ganz so leicht. Da sie schon viel Pitta in sich tragen, kann die äußere Wärme zu einem Pittaüberschuß führen. Dies zeigt sich in Hitzesymptomen, wie Hautausschlägen, Sodbrennen, Reizbarkeit, Durchfall.

Was die Ayurveda dir im Sommer rät

⇒ Vata: warm und flüssig, auch im Sommer

Vata sollte sich im Sommer auch um seine Wind-Balance kümmern.Die Hitze verbrennt das Kapha, das vor allem Vata-Typen als Pendant gegen die Schnelligkeit und den Aktionismus des Windes in ihnen dringen brauchen. Daher als Vata unbedingt auf leichte, süße und aufbauende, leicht salzige Speisen achten. Dabei sind weiterhin warme, flüssige Speisen ideal. Vor allem das gekochte Frühstück! Als Früchte tagsüber dienen Aprikosen, Mangos und frische Datteln als Balsam im Sommer. Ein Salat am Abend ist weniger geeignet.

⇒ Kapha: bitter, warm und leicht

Der träge Stoffwechsel der Kaphas trifft auf ein extrem träges Verdauungsfeuer im Sommer. Damit die Sommer-Entspannung nicht zur lähmenden Trägheit wird, sollten sich Menschen mit dominierendem Kapha-Dosa – wie Vatas auch – im Sommer warm ernähren. Statt Vata aber weniger süß und salzig sondern lieber leicht scharf und bitter.  Gedünstete grüne Gemüse mit Ingwer, Knoblauch, Muskat und Basmatireis sollten in keiner Kapha-Küche im Sommer fehlen. Und statt zur Melone lieber zum Granatapfel greifen… Pfeffer, Nelken und Zimt sind ideale Zutaten, um die langsame Kapha-Verdauungskraft im Sommer hin und wieder anzufeuern.

⇒ Pittas: kühl und langsam

Als Pittatyp musst du am meisten auf deine Balance achten!

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Mit saftigem Gemüse balancieren und erden.

Vielleicht spürst du die Wirkung der Wärme auf dein System nicht so direkt, wie ein Kapha-Typ.

Dennoch, der Sommer hat die Tendenz, dich auszubrennen. Pittas fühlen sich zum Ende des Sommers hin oft erschöpft. Darum tut ihnen Kühle und ein wenig Langsamkeit jetzt besonders gut.

Allgemein gilt für Pittas: möglichst Chillies, Knoblauch, Tomaten, Essig und Fleischkonsum in der heißen Zeit  zu meiden. So lassen sich viele Hitzebeschwerden, entzündliche Prozesse, Hautprobleme und Sommerdruchfall verhindern.

Kühle, süße und bittere Speisen wirken balancierend auf das Pitta. Bittere Salate, Gurken, Feigen und Melonen sind ideal für Pittas im Sommer. Kokos, Pfefferminze, Kardamom und vor allem Fenchel und Rose eignen sich sehr gut, um ein gereiztes Pitta zu balancieren. Rosensprays oder Rosenöl und Kokosöl bieten auch Kühlung von Aussen.

Für alle Dosas eignen sich im Sommer Fenchel, Rose, Kardamom und Koriandersaat. Diese Kräuter tragen allgemein zur Pitta-Balance im Sommer bei.

Grow grounded, Deine Julia

Sommerrezept: Mangosorbet. Unglaublich einfach, köstlich und vegan.

Mehr zur Sommerküche in der Ayurveda kannst du in den kommenden Wochen auf diesem Blog lesen. Oder du meldest dich jetzt für den Kochkurs Ayurveda-Sommerküche an.

Mehr zu den Dosas und ihrer Balance.