Sommer in der Ayurveda

5 Ayurveda-Tips für einen kühlen Kopf im Sommer

Sommer ist die Zeit von Leichtigkeit, von kurzen, warmen Nächten auf grünen Wiesen oder auf lärmenden Bürgersteigen – unter duftenden Linden und prickelnden wie leuchtenden Sternen.

So sehr uns die tolle Wärme auch beflügelt, Sommerzeit bedeutet für unseren Körper immer einen inneren Spagat.

Nicht nur mit Blick in den Kalender sondern auch wetterbedingt ist der Sommer ist echt ein Trip. Unschlüssig, ob der Leichtheit, dann wieder Langsamkeit und Trägheit, die Wärme so mit sich bringt. Dann wieder diese kühlen, feuchten Tage.

Das hin und her kitzelt unsere Dosabeschaffenheit so richtig heraus.

Wie sich der Sommer auf deine Konstitution auswirkt

Unser von Natur aus gegebener Körper- oder Konstitutionstyp (Dosa) bestimmt nicht nur unsere Körperform, sondern auch unseren Geist und unser Gemüt.

Je nach Konstitution-Typ, kann uns Wärme entspannt bis nervös, lethargisch oder auch mal aggressiv machen.

Diejenigen, die ein starkes Feuer – also eine Pitta-Konstitution – haben, können im Sommer schon mal aus der Balance geraten. Pittas mögen zwar Wärme, doch zu viel kann sie förmlich explodieren lassen. Die Haut reagiert mit Pickeln oder Hitzeausschlägen, der Magen ist leichter übersäuert und die Hemmschwelle zur Streitlust nimmt auf einmal deutlich ab.

Vata-Typen, die windigen und leichten, lieben die Hitze sehr. Sie sind jetzt so richtig aktiv, ein zuviel an Hitze macht sie dennoch leicht nervös und sensibel.

Kapha-Typen macht die Wärme eher gemütlich, bisweilen lethargisch. Sie atmen auf, wenn der Spätsommer kühlere Tage verspricht.

Klassiker im Sommer: die Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit kennt jedeR, vor allem im Sommer. Sie ist sozusagen das erste Anzeichen für unsere schwache Verdauungskaft in der warmen Jahreszeit. In der Ayurveda nennen wir das Agni Mandia, das schwache Feuer.

Agni Mandia spüren Kapha- und Vata-Typen meist zusätzlich an vermehrter Luft im Bauch und Verstopfung. Das schwache Verdauungsfeuer bietet im Sommer Einlass für Sommererkältungen aller Art.

Als Kapha-Typ genießt du jetzt vielleicht die Leichtigkeit, die dein Mangel an Appetit mit sich bringt. Doch als Vata-Typ, der ohnehin viel Leichtigkeit und Wind in sich trägt, musst du jetzt acht geben, um nicht noch leichter und somit auch nervöser zu werden.

Um deinen Appetit im Sommer etwas anzuregen, kannst du vor dem Essen ein Stück Ingwer kauen oder etwas Zitronenwasser trinken. Auch süße Früchte oder Datteln – wie in vielen arabischen Ländern gerne genutzt – regen direkt vor der Mahlzeit den Speichelfluss und so auch den Appetit an. Ein paar Fenchelsamen nach dem Essen gekaut, unterstützt hier zusätzlich.

Ein Tee aus Löwenzahn balanciert das Pitta im Sommer und wirkt sich positiv auf unser Verdauungsfeuer aus.

Die ideale Sommer-Ernährung

quinoasalat copyright julia wunderlich

Ayurveda-Sommersalat.

Da sich die Ayurveda zyklisch anhand der Jahreszeiten orientiert, bietet sie wertvolle Tips, mit denen wir saisonal ganz entspannt einen kühlen Kopf behalten können.

Diese schenken uns Leichtigkeit und dienen dazu, unser inneres Pitta zu balancieren.

Das hört sich komplizierter an, als es ist. Lokales, saisonales Gemüse ist oft das, was der
Körper jetzt braucht.

5 Tips aus der Ayurveda für deine Sommer-Balance

  • Melone, Mango, Gurke, Kokosnuß, reife Aprikosen, Feigen und Pfirsiche. Sie sind süß, saftig und kühlend! Und sie sollten in keiner Sommerküche fehlen.
  • Auf Säurefaktoren achten. Kaffee, Alkohol, Soja und extrem scharfe Gerichte erhöhen die Säure im Körper. Im Sommer erhöht zum Beispiel Chilli die innere Hitze so stark, dass Haut und Magen gereizt werden. Idealerweise kombinierst du deinen Morgenkaffee jetzt mit Kardamom und dein alkoholisches Getränk mit einem selbstgemachten (Holunderblüten)Sirup.
  • Zu viel kalte Speisen meiden. Ich weiß, das klingt paradox, doch kalte Getränke und Speisen legen unser momentan ohnehin schwaches Verdauungsfeuer lahm. Lauwarme Getränke sind ideal. Die Kugel Eis oder der Sommersalat eignen sich am besten Mittags, weil dann die Verdauungskraft am höchsten ist.
  • Feuchtigkeit. Reismilch, Melonensaft, ein selbstgemachter Lassi mit Rosenwasser oder Kokoswasser geben dir nach einem Tag in der Sonne schnell deine Energie zurück.
  • Pausenzeiten. Du hast es sicherlich selbst schon oft gespürt: im Sommer möchte der Geist sich von Pflichten, Regeln und Alltag befreien und ein bisschen baumeln. Jetzt ist die beste Zeit, um Druck zu minimieren, denn Druck produziert auch Hitze – im Kopf. Vor allem der Druck, den wir uns selbst machen. Auch auf der Matte sollten wir uns jetzt lieber etwas drosseln und den Kopfstand in die frühen Morgenstunden verlagern.

Klassiche Säure- und Hitzepuffer in der Ayurveda sind allgemein Rose, als Rosenwasser im Gesicht, Porridge oder auch als Blüten-Tee, Fenchel, Koriandersaat, Koriandergrün, Safran und Minze.

Kühlende Pranayama-Übungen, wie Sitali, sind der perfekte Start in einen beschwingten Sommertag.

Und was tun, an Regentagen?

Dieser Sommer ist, mit seinen durchwachsenen klimatischen Bedingungen nicht nur emotional, sondern auch körperlich eine besondere Herausforderung.

Ein wärmender, stärkender, sinnlicher Chai mit Honig und Kuh- oder Mandelmilch stärkt jetzt ganz besonders von innen.

Happy Summer!

Deine Julia

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