Alternative Wege mit Schilddrüsenunterfunktion?

In der letzten Zeit war ich recht still. Ein Workshopmarathon und viele Aufträge hatten mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Die Pausen in meinem Kalender waren zu eng gesteckt und auf einmal war die Luft raus.

Ich reagiere wegen meiner Schilddrüsenunterfunktion und einer Hashimoto Thyreoditis (Autoimmunerkrankung der Schilddrüse) sensibel auf länger dauernde Anspannungen.

Menschen mit Schilddrüsenerkrankung, haben eine geringere Spannungsregulation, sprich Stressresistenz oder Stresskompetenz, als Menschen mit einer gesunden Schilddrüse.

In Deutschland haben 50% der Bevölkerung Probleme mit der Schilddrüse. Überwiegend sind Frauen betroffen – sie sind es auch, die mehr Zeit benötigen, um Stresshormone im Körper wieder abzubauen. Hier beginnt dann meist der Teufelskreis…

Menschen mit Schildrüsenerkrankungen haben oft einen längeren Weg von Diagnostik und Linderung der Symptome (mit schulmedizinischen oder naturheilkundlichen Methoden) hinter sich. Und auch bei einer nach dem Blutbild erfolgreichen Hormonvergabe, sehen sie sich immer wieder Phasen heftiger Gefühlsextreme ausgesetzt.

Die Schilddrüse hat eine deutlich spürbare Eigendynamik und kann für heftige Krisen sorgen. Was wir als Betroffene dann wirklich brauchen, ist das Vermögen, Prioritäten zu setzen und Gelassenheit; die Erkenntnis von: „ja, so bin ich gerade.“

Darum habe ich diesen Artikel geschrieben. Um dir, als mögliche Betroffene (oder FreundIn/ PartnerIn einer Betroffenen) Mut zu machen, deine eigenen Gefühle ernst zu nehmen, sie in dein Leben zu integrieren, dir selbst zu vertrauen und ein Stück deiner Schilddrüsenbalance selbst in die Hand zu nehmen.

Die Schilddrüse, „Organ der Seelenfähigkeit“

Die Schilddrüse ist ein sehr feines, zartes und sensibles Organ, hinter dem Kehlkopf gelegen. Sie produziert verschiedene Hormone (TSH, T3 und T4). Diese sind unter anderem für die Gehirnentwicklung, für die Konzentration, den Jodhaushalt und teilweise für die Stoffwechselkraft, die Funktionalität des Nervensystems und für die Fruchtbarkeit verantwortlich.

Unsere Schilddrüse ist Teil des Endokrinen Systems und steht in direktem Zusammenhang mit unserem Uterus, beziehungsweise dem weiblichen Hormonhaushalt.

Es gibt ganz unterschiedliche Erkrankungen der Schilddrüse. Manche Disbalancen sind kurzlebig. Wenn die Probleme andauern, werden sie chronisch. Die meisten Schilddrüsenerkrankungen sind – laut Schulmedizin – nicht heilbar.

Anthroposophen beschreiben die Schilddrüse als Eintrittstor für die Seele in den Körper. Dieses unterstreicht den bedeutsamen Zusammenhang zwischen Schilddrüse und seelischen Vorgängen. Eine erkrankte Schilddrüse spiegelt immer, dass ein Mensch an einem zentralen Punkt in seinem Leben nicht für sich selbst einstehen konnte oder durfte.

Auch wenn Betroffene im Laufe des Lebens einen positiven Bezug zu sich und ihrem Sein entwickeln, dauern die Schilddrüsenprobleme meistens an.

Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto

Eine Schildrüsenunterfunktion (Hypothyreose) tritt vorwiegend bei Frauen auf. Sie kann sich in Müdigkeit, schuppiger Haut, geschwollenen Augen, Gewichtszunahme, Zyklusproblemen, Konzentrationsmangel, extremer Kälteempfindlichkeit, hartnäckiger Verstopfung und niedrigem Blutdruck zeigen. Depressive Verstimmungen, ein geringes Selbstbewusstsein und Ängstlichkeit können sich auf psychischer Ebene manifestieren.

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Auswirkungen einer Unterfunktion. Quelle http://www.schildrüsenpraxis.at

Bei der Hashimoto-Erkrankung attackiert sich die Schilddrüse selbst, bis hin zu ihrer Zerstörung. In der Schulmedizin wird davon ausgegangen, dass die autoimmune Hashimoto Thyreoditis, eine genetisch übertragbare Erkrankung ist, dass es dennoch extremer psychischer Faktoren bedarf, damit Hashimoto entsteht oder „ausbricht“. Phasen hormoneller Umschwünge (Pubertät und Wechseljahre) können eine Rolle spielen.

Wichtig: Autoimmun-Werte (TPO/ Tg AK) können erhöht sein, auch wenn andere Schildrüsenhormone im Referenzbereich liegen.

Die Schilddrüse im Zusammenhang mit Stress

Menschen mit Schilddrüsenproblemen reagieren auf Stress besonders sensibel. Die Stressresistenz ist niedriger, als bei anderen und die Regeneration nach Stress-Phasen dauert ebenfalls länger. Oft fällt es Schilddrüsenpatientinnen – wenn einmal unter Strom – schwer, sich zu entspannen. Sie sind empfänglicher für Ängste und gleichzeitig „schadet“ ihnen die Ängstlichkeit um so mehr.

Dies liegt auch am Cortisol. Cortisol wird in den Nebennieren produziert und schützt unseren Körper vor Stress und dessen entzündungsfördernden Faktoren. Wenn Belastungen länger andauern, verausgabt sich die Nebenniere und es kann zu einer tiefer liegenden Erschöpfung kommen. Wenn die Nebenniere erschöpft ist, wirkt sich das wiederum auf die Stressregulation und schwächend auf die Schilddrüse und andere Organe aus.

Ist unser Cortisolspiegel zu hoch, kann er die Wirkung von Melatonin am Abend beeinträchtigen. So kann es zu Schlafstörungen kommen.

Die Nebennierenerschöpfung ist in der chinesischen und ayurvedischen Medizin über den Puls messbar. In der chinesichen Medizin heißt sie „die Müdigkeit, die nicht durch Schlaf überwunden wird.“

Hormone als Allheilmittel?

Schilddrüsenhormone gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in Europa. Bei Unterfunktion und Hashimoto werden Hormone verabreicht, die von einigen Frauen (vor allem von Hashimotopatientinnen) nicht dauerhaft vertragen werden. Jede Frau bringt ihre eigene Entstehungs-Geschichte der Erkrankung und ihren ganz individuellen Hormonhaushalt mit sich. Dies sind Faktoren, die in einer Therapie berücksichtigt werden sollten.

Hormone zu nehmen, ist selten eine „Allheillösung“. Denn unser Körper ist in einem beständigen Hormonwandel aus unseren verschiedenen Drüsen begriffen, ein sehr fein aufeinander abgestimmtes System.

Die Hormone funktionieren nicht einzeln, sondern kommunizieren untereinander, miteinander.

Von außen zugeführte Hormone können zu Störungen im Körper führen und inneren Stress erhöhen.

Wie jedes Medikament, kann auch das zugeführte Schilddrüsenhormon Nebenwirkungen haben. Herzrasen, innere Unruhe und Schlafstörungen stehen dabei ganz oben auf der Liste. Osteoporose ist eine mögliche Folge von Hormonvergabe bei einer Unterfunktion. Für die betroffenen Frauen empfiehlt sich möglicherweise das Hormon vom Schwein als Alternative – mir ist nicht der Gebrauch von Hormonen aus einer Biozucht bekannt – und unter anderem Unterstützung durch Schüsslersalze. (Dazu mehr weiter unten im Text.)

Meine Irrfahrt mit Hormonen, Teil Eins

Entdeckt wurde meine Schilddrüsenunterfunktion bestimmt vor 15 Jahren doch ich fühlte mich wohl und es gab für mich keinen Grund, Hormone zu nehmen.

Als ich vor ungefähr acht Jahren wegen meiner Endometriose operiert werden musste, wurde mir von meiner Ärztin glaubhaft vermittelt, ich sollte zu der Pille noch L-Thyroxin nehmen, sprich künstliche Schilddrüsenhormone von außen zuführen.

Die Pille setzte ich nach einem Jahr wieder ab, da ich mich aufgedunsen und fremdbestimmt fühlte, in meinem Körper einfach nicht zu Hause. Das künstliche Hormon L-Thyroxin nahm ich weiter, doch auch hier merkte ich schnell, dass etwas in mir aus dem Ruder lief.

Für mich war klar, meine wirklichen Schilddrüsenprobleme begannen erst mit der Hormonvergabe. Mein Herz begann immer häufiger zu rasen, Kleinigkeiten stressten mich auf einmal ungemein und ich war permanent unter Strom. Ich fühlte mich von meiner Ärztin mit diesen Symptomen nicht ernst genommen und begann zu recherchieren. Vielen Frauen ging es so, wie mir. Auch ihr Empfinden und ihre Empfindlichkeit gegenüber den chemischen Hormonen wurde abgetan.

Ich setzte die Hormone auf eigene Faust ab und besprach mit meiner Heilpraktikerin eine alternative Therapie mit dem Hauptbestandteil Ashwagandha.

Schilddrüsenbalance durch Ashwagandha?

Ashwagandha gehört zu den eindrucksvollsten Kräutern in der Ayurveda-Medizin. Es hat eine tonisierende (belebende) sowie beruhigende Wirkung.

Ashwagandha gilt als Verjüngungmittel und kann das erschöpfte Nervensystem aufbauen. Gleichzeitig wirkt es auf nährende Weise (nicht dumpf) sedierend. Ashwagandha kann einen balancierenden Einfluss auf die Schilddrüse haben.

Die Wirkweise von Ashwagandha ist sehr verschieden und nicht auf jeden Organismus wirkt Ashwagandha gleich. Darum sollte der Gebrauch immer kontrolliert erfolgen. Hinzu kommt, dass sich Ashwagandha nur über einen begrenzten Zeitraum einnehmen lässt. (In der Schwangerschaft darf Ashwagandha nicht angewendet werden.)

Ich nahm Ashwagandha in Kombination mit anderen Ayurveda Kräutern. Meine Unruhe und meine Symptome von Müdigkeit besserten sich. Nach einem halben Jahr trat dann die andere Seite von Ashwagandha hervor und ich machte eine Pause.

Ein unkontrollierter oder zu langer Konsum von Ashwagandha kann dann zu Stress und Hitze im Körper führen und Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion hervorrufen.

Dennoch empfehle ich Frauen mit Schilddrüsenproblemen Ashwagandha kontrolliert auszuprobieren, als Zusatz zur hormonellen Therapie oder auf ihren Wunsch auch als Ersatz.

Hormonversuch Nummer Zwei

Nach meiner zunächst erfolgreichen Zeit mit Ashwagandha habe ich mich wieder der Schulmedizin zugewandt. Der Deal war: diesmal weniger L-Thyroxin am Tag zu nutzen, um zu vermeiden, dass mein Körper wieder in eine Stress-Spirale fiel.

Ein halbes Jahr später raste mein Herz erneut, mein Nierenpuls war schwach und ich wollte die ganze Zeit nur schlafen. Ich setzte die Hormone ein weites Mal ab.

Ich habe gelernt, dass meine Schilddrüse statt starrer Verordnung Flexibilität braucht. Sie braucht, dass ich hinhöre, hinfühle, was in ihr und mit ihr gerade so los ist. Meine Schilddrüse mit Drogen jeglicher Art abzuspeisen und einfach so weiter zu machen, gefällt ihr gar nicht.

Im Grunde genommen ist die erkrankte Schilddrüse eine „Mimose“. Mimosen werden in der Gesellschaft nicht gerne gesehen. Dabei ist es wichtig, ihre Launen und Empfindlichkeiten ernst zu nehmen. Ebenso wichtig ist es, zu wissen, dass sie auch wieder vorüber gehen, wenn wir uns Zeit für sie und ihre Themen nehmen.

Die Schilddrüse ist ein sensibles Organ. Sensibilität ist keine Schwäche. Sie verdient Anerkennung und die Akzeptanz des eigenen Selbst.

Was die erkrankte Schilddrüse wirklich schwächt

  • A und O bei Schilddrüsenunterfunktion ist die Vermeidung von Gluten und Soja. Beide sind schwer verdaulich und belasten deinen – durch die Schilddrüse – geschwächten Stoffwechsel noch mehr. Viele Frauen mit Schilddrüsenproblemen weisen auch Gliadin-/ Glutenantikörper auf. Sie sollten glutenhaltiges Getreide strikt meiden. Und: Soja verlangsamt nachgewiesener Maßen die Arbeit der Schilddrüse und erhöht entzündliche Prozesse im Körper.
  • Stressoren, wie weißer Zucker und Kaffee, sollten unbedingt gemieden werden. Kaffee schüttet Cortisol aus, zuviel Cortisolverbrauch wiederum schwächt die Schilddrüse.
  • Nährstoffmangel oder Hormonungleichgewicht? Tests zu Jod, Eisen, Selen, auch Glutenunverträglichkeit, zu dem Cortisolstand und Östrogendominanz (Endometriose?) sollten durchgeführt werden. Hierzu kannst du dich parallel zur Endokrinologin von deiner Hausärztin und deiner Gynäkologin untersuchen lassen. Du nimmst die Antibabypille? Auch sie kann deine Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen.
  • Künstlicher Jodzusatz, wie zum Beispiel im Salz oder in Fertiggerichten sowie Fluoride, wie in der Zahnpasta, sollten gemieden werden. Fluoride haben einen blockierenden Einfluss auf die Schilddrüse.
  • Bisphenol A und andere Weichmacher haben einen Einfluss auf die Leistung der Schilddrüse. (Link zur arte-Dokumentation siehe unten.)

Das Wesen der Schilddrüse tiefer verstehen

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Eigene Bedürfnisse erkennen und wahren.

Bei der Endokrinologin fühlen wir uns oft ausgeliefert. Die einzige Alternative heißt: L-Thyroxin, also künstliche Hormone. Weder der seelische Aspekt der Erkrankung noch die Bedeutung von einem aktiven Stoffwechsel und bewußter Ernährung werden hervorgehoben.

Was hilft mir wirklich?

ist die zentrale Frage bei Schilddrüsenerkrankungen. Wenn du dich mit chemischen Hormonen nicht wohl fühlst und du möglicherweise an den oben beschriebenen Symptomen leidest, dann kannst du den Versuch mit altbewährten Schweinehormonen wagen.

Zwar werden diese nicht auf Anhieb verschrieben, es lohnt sich aber, bei deiner Ärztin nachzufragen und dir gegebenenfalls eine Endokrinologin zu suchen, die sich damit auskennt. Parallel empfehle ich dir eine Ayurveda-Ernährungsumstellung, die Begleitung durch eine Heilpraktikerin, mit ayurvedischem oder chinesischem Schwerpunkt. Auch Homöopathie und Akkupunktur können hier sehr hilfreich sein.

Behandlungsalternativen und -zusätze für die Schilddrüse: wie du deine Schilddrüse selbst unterstützen kannst

Egal, ob du künstliche Hormone, natürliche Hormone (zum Beispiel vom Schwein) und/ oder eine Kräutertherapie machst, diese Punkte sind essentiell, um das Gleichgewicht deiner Schilddrüse zu wahren.

  • Yoga. Yoga regt den Stoffwechsel an und wirkt sich somit positiv auf die Schilddrüse aus. Vor allem Umkehrstellungen, wie der Schulterstand führen zu einer besseren Durchblutung der Schilddrüse.
  • Meditation. Cortisol, unser Stresshormon, wird in der Nebenniere produziert. Cortisol darf immer nur kurzzeitig erhöht sein (siehe oben), sonst können wir schlecht abschalten und irgendwann schlechter schlafen und werden erschöpft. Und die körpereigene Abwehr gegen Entzündungen nimmt ab. Eine Erschöpfung der Nebennieren kann einen „Pseudo-Burn-Out“ und Depression bedeuten. Frauen mit Schilddrüsenproblemen sind, wie oben schon beschrieben, sehr viel empfänglicher für Belastungen und andauernde Sorgen. Für eine Cortisol- und Schilddrüsenbalance ist Meditation deshalb genauso wichtig, wie Yoga. Wenn du mit Mediation noch nicht vertraut bist, kannst du auch einen geführten „Body-Scan“ machen. Der funktioniert auch Abends im Bett. (Body Scan von Jon Kabat)
  • Schlaf. Regelmäßige Schlafzeiten sind wichtig für jeden Körper. Melatonin ist unser Schlafhormon und steht in direktem Bezug zum Cortisol. Im Idealfall wechseln die beiden sich in ihren Wirkphasen ab. Schlaf und Auszeiten sind essentiell für die Schilddrüse.
  • Nahrungsergänzungen. Manchmal sind Nahrungsmittelergänzungen bei Schilddrüsenproblemen unumgänglich. Viele Frauen haben einen Selenmangel. Selen ist äußerst wichtig für die Produktivität der Schilddrüse. Du kannst auch mit deiner HeilpraktikerIn absprechen, ob Schüssler Salze, wie zum Beispiel Natrium Chloratum für dich sinnvoll sind.
  • Stoffwechsel. Eine träge Schilddrüse schwächt den Stoffwechsel und umgekehrt. Die schilddrüsenfreundliche Ernährung (siehe oben) ist wirklich wichtig, um nach den individuellen Bedürfnissen deiner Schilddrüse zu leben. Du kannst deinen Stoffwechsel auf milde Weise anregen, indem du Ingwer und Knoblauch in dein Essen gibst. (In einer Ayurveda-Ernährungsberatung werden dir noch passende Ayurveda Kräuter empfohlen.) Um deinen Stoffwechsel zu entlasten, solltest du Abends möglichst leichte Mahlzeiten zu dir nehmen.
  • Leber und Niere. Ein schwacher Stoffwechsel wirkt sich auf die Entgiftungs-Leistung der Leber aus. Der Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Niere wurde oben schon beschrieben. Du kannst beide Organe gezielt mit lokalen, ayuvedischen oder chinesischen Kräutern unterstützen.
  • Laut sein. Mal laut sein, singen, nein sagen, all diese Dinge liebt die Schilddrüse.
  • Annahme. Du bist genervt davon, dass deine Schilddrüse nicht so will, wie du? Die Schilddrüsenprobleme stehen auch für mangelnde Selbstannahme. Dies muss nicht in deinem jetzigen Leben, sondern kann durch Erfahrungen in deiner Kindheit begründet sein.

Prioritäten, Annahme und Selbstempowerment ist genau das, was deine Schilddrüse von dir einfordert. Wenn auch auf unbequeme Weise. Selbst-Sorge und öfters mal Nein zu sagen gibt der Schilddrüse ihre verloren gegangene Stimme zurück.

In der klassischen Schilddrüsen-„Therapie“ werden die seelischen Faktoren, welche zu der Störung geführt haben, kaum berücksichtigt. Stress, traumatische Erfahrungen in der Kindheit, mangelndes Gefühl an Selbstermächtigung und Selbstvertrauen, eine Geschichte mit Esstörungen, das Vermögen, die eigene Stimme für dich einzusetzen, für sich selbst zu stehen, können Ursache sein.

Hast du ein Problem mit der Schilddrüse? Dann ist es wichtig zu schauen, was genau deine Schilddrüse spiegelt.

Open End

Ich habe meine Schilddrüse bislang nicht geheilt. Doch eine prophezeite Verschlechterung ist bislang auch nicht eingetreten. Obwohl ich mich sehr ausgewogen, ayurvedisch, soja-, kaffe- und glutenfrei ernähre, erwischt mich ein Schilddrüsentief hin und wieder. Dann fühle ich mich, als wäre Blei in meinen Körper geflossen und meine Stimme erloschen.

Balanceakt zwischen Aktion und Entspannung: Willkommen im Being-Modus

Wenn es härter kommt, dann hat meine Hashimoto für Unruhe gesorgt. Sie führt in eine Anspannung, die ich nur über Meditation und Yoga in Bahnen lenken kann. Wenn ich mein „Ich will aber“ überwunden habe, möchte ich einen Cocoon um mich weben und ganz still sein. Als Selbstständige und Mutter manchmal eine Herausforderung.

Der Arzt und Therapeut Rüdiger Dahlke schreibt dazu in „Krankheit als Symbol„:

„Sich auf sich selbst zurückziehen, hinter dicken Mauern Zuflucht suchen: Rückzug in eine klösterliche, meditative Lebenssituation erwägen; bewusst geschehen lassen, was geschehen muss, alles Alte sterben lassen.“

Ich habe mir angewöhnt, nach meiner Yoga- und Meditationspraxis nicht nur meinem Unterleib für die Erdung zu danken, sondern auch meiner Schilddrüse für ihre Feinfühligkeit – sowie ihren Launen mit mehr Gelassenheit zu begegnen.

Ich lege die Hand auf meine Schilddrüse und sage: Ich liebe dich. Dann beginnt sie zu schnurren.

Aktuell nehme ich ayurvedische Kräuter, in einer für mich passenden Kombination. Dazu Selen in hoher Dosierung. Abends unterstütze ich meinen Stoffwechsel mit Triphala. Gerade fühlt es sich gut an, die Dinge wieder selbst in die Hand genommen zu haben und mit dem Rhythmus meines Körpers zu gehen.

Wichtig ist, die Bedürfnisse deiner Schilddrüse zu erkennen und anzunehmen, Prioritäten neu zu setzen, statt dich für deine verwundbare Seite zu verurteilen. Die Schilddrüse braucht dann einfach mal Ruhe und das ist okay,

Deine Julia

Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Erfahrung mit Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto. Es gibt Frauen, die vertragen künstliche Hormone ohne Weiteres. Ich kenne viele Frauen, die ähnlich fein auf künstliche Hormonvergabe reagieren. Wie du mit deiner Schilddrüsenerkrankung umgehst, ist ganz allein dein Belang und sollte immer mit einer Fachärtzin/ Facharzt und – wenn möglich – einer Heilpraktikerin abgesprochen werden. Wenn du schwanger werden möchtest oder bereits schwanger bist, ist eine engmaschige, schulmedizinische Kontrolle und effektive Therapie besonders wichtig. Die Funktionalität deiner Schilddrüse steht mit der Gehirnentwicklung deines Kindes zusammen.

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