Energie-Basis Ayurveda Frühstück

Frühstück, die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Da war sie wieder, die Super-Schlagzeile „Frühstück ist das neue Rauchen“. Der Verfasser des Artikels meint, er habe vom Frühstück Diabetes bekommen. Doch: was hat er gegessen? Diese Frage beantwortet er leider nicht.

Denn, nicht dass wir Essen, sondern was wir essen ist von Belang

Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages. Studien bestätigen, dass ein ausgewogenes Frühstück das Risiko von Übergewicht und Diabetes mindert. Regelmäßiges frühstücken sorgt für einen stabilen Zuckerhaushalt, gibt deinem Körper Proteine, Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Sprich: Kraft! So stärkt es deine Stressresistenz und hilft effektiv dabei, Heisshungeranfälle am Nachmittag zu minimieren.

kompott apfelkompott ayurveda fruhstuck copyright by julia wunderlich

Ideal für den kleinen Hunger und für Kapha-Typen: fruchtiges Kompott mit Zimt.

Frühstück ist Ritual und deswegen besonders machtvoll

Kaum eine Mahlzeit ist so ritual-geprägt, wie das Frühstück.

Es spiegelt unseren ganz individuellen Start in den Tag, unseren Lifestyle, die Gruppe, in der wir uns bewegen und unser Vermögen, wirklich gut für uns selbst zu sorgen.

In der Ayurveda Beratungen besprechen wir daher vor allem das Frühstück besonders detailliert, denn das Frühstück verrät eine Menge über die einzelnen Personen, ihr Essverhalten und über mögliche bestehende oder aufkommende Disbalancen.

Frühstück ist machmal auch Schauplatz von Ideologien, ungesunder Glaubenssätze, an denen wir festhalten, obwohl wir tief in uns spüren, dass sie uns nicht wirklich gut tun.

Morgens einen grünen Smoothie und auf die Dauer oft müde? Oder einfach Cafe Latte und den Tag über unausgeglichen? Oder Rührei mit Avocado für den doppelten Proteinkick und danach Konzentrationsmängel? Ein Glas Orangensaft zum Käsebrot und Abends dann Sodbrennen?

Unsere Morgenenergie verstehen und mit dem Wissen arbeiten

Im Frühstück wollen wir meist am Leben halten, was wir jahrelang als gesund erachtet haben. Doch wenn wir an dauerhafter Müdigkeit leiden und ohne Kaffee nicht in den Tag starten können, sollten wir unsere Frühstücks-Attitüde dringend überdenken.

Was braucht der Körper?

Wenn wir uns unsere Verdauungskraft im Magen bildlich als Feuer vorstellen, so wissen wir aus der Ayurveda, dass dieses Feuer morgens relativ klein ist. Unser Stoffwechsel wird in der früh noch von Kapha dominiert und fährt erst ab 10 Uhr so richtig hoch. Bis dahin ist die Verdauung und seine transformative Kraft eher bescheiden und träge.

Wenn wir auf diese schwache Flamme eine Schale kalten Joghurt geben oder ein schweres Stück Käse, was passiert dann mit diesem Feuer? Und was macht die Säure von einem Glas Orangensaft am Morgen in unserem nahezu leeren Magen? Sie verhindert, dass Stärke verdaut wird, was längerfristig zu einer Übersäuerung führen kann.

Das beste Beispiel „falsch“ verstandener gesunder Ernährung ist der klassische grüne Smoothie am Morgen, „idealerweise“ mit gefrorenem Obst. Rohkost und Kälte sind wie ein Schock für den noch trägen Magen. Dieser arbeitet sich mühsam durch die Kälte hindurch und empfängt noch einen herben Kaffee oben drauf. Dann zieht er sich zusammen und tut erstmal gar nichts.

Was also frühstücken?

Was löst die Vorstellung in dir aus, dir jeden morgen einen Frühstückbrei oder Porridge zu kochen? Fühlt sich das nicht ganz tief in dir nach Liebe, Wärme und Selbstsorge an?

Ein warmer Getreidebrei mit Nüssen bringt gleich alles mit sich, was wir brauchen: Mineralien, Proteine, Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die Körper und Geist mit Energie versorgen. Ebenso Wärme und Flüssigkeit, um unsere Körpersäfte und -kräfte am Morgen wieder zum Fließen zu bringen.

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Porridge, das ideale Herbst- und Vata-Frühstück.

Porridge: Genuss mit Erdung

Ich merke immer wieder in meiner Familie und durch meine KlientInnen, wie gut sich Porridge auf das Wohlbefinden, die Verdauung und auf den Energiehaushalt auswirkt.

Getreideflocken. Mit Milch. Mandelmilch. Reismilch. Hafermilch. Dazu Kardamom und Zimt. Ghee oder Kokosfett. Obst, Leinsaat, Datteln, Chia, Nüsse. Mit Ahornsirup oder einer Prise Salz. So viele bunte Varianten, die spielerisch das Standard-Käsebrot ersetzen. Mit leichter, warmer, nährender Kraft. Kraft, die als Basis dient für einen mental und körperlich energetischen & dynamischen Start in den Tag.

Vor allem ist der Getreidebrei ist super einfach und schnell gekocht.

Dabei muss es nicht immer Porridge sein…

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Frühstück mit Proteinen und Biss, ideal für Pitta-Typen.

 

Ayurveda-Frühstück ist Vielfalt

Ernährungsweisen und Vorlieben sind und bleiben individuell verschieden.

Als Vata-Typ mit viel Wind, sind glutenfreie Pancakes und ganz besonders ein Porridge wegen seiner Süße, Wärme, Flüssigkeit und Leichtigkeit einfach ideal. Haferflocken, etwas Ghee, Leinsaat, Kardamom, Zimt, etwas Safran, Mandelmilch oder Kuhmilch sind am besten geeignet.

Als Kapha-Typ mit mehr Substanz, sind Reisflocken, Hirseflocken oder auch Buchweizen besser geeignet. Möglichst leicht mit Reismilch oder Wasser. Wärmende Gewürze sind hier besonders wichtig. Statt Porridge geht auch ein selbst gekochtes Kompott mit Zimt. Das hält sich über mehrere Tage und lässt sich schnell erwärmen.

Magst du morgens etwas zum „Beissen“ haben und der Gedanke an Süße in der Früh ist dir zuwider? Dann hast du möglicherweise einen hohen Pitta-Anteil. Pittas haben ein solides Verdauungsfeuer. Selbstgemachtes Granola mit viel Nüssen, Vollkornwaffeln, Pancakes oder getoastetes Brot mit einem proteinreichen Aufstrich aus Lupine oder Hanf sind dann ideal und halten dich lange satt.

Gebratene, fritierte Speisen und schwerer Käse, Milchprodukte in Verbindung mit Tomaten und Obst schwächen auf die Dauer das Verdauungsfeuer und führen zu Müdigkeit und Infektanfälligkeit.

Fazit

Frühstück ist toll. Frühstück gibt Liebe, Wärme, Geborgenheit, ein Gefühl von zu Hause sein. Es ist ein Geschenk an uns selbst. Es gibt unserem Körper und Geist die Kraft, die wir in unserem meist trubeligen Alltag dringend benötigen. Wichtig ist, das Frühstück den eigenen Bedürfnissen anzupassen und sich nicht wegen Food-Trands zu verbiegen.

Und vor allem im Herbst ist ein warmes Frühstück wunderbar, um mit wohliger innerer Wärme in den noch dunklen, kalten Morgen zu starten.

Happy Breakfast,

Deine Julia

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