Menstruations-Kitchari

Das Balance-Rezept für deine Mondzeit

Durch die Wohnung zieht der Duft köchelnden Kitcharis an mir vorbei, an den geöffneten Balkontüren entlang, dem Spätsommerhimmel entgegen.

Es ist Kitchari-Zeit. In meiner Frauen-WG bedeutet das fast immer: Blutungszeit. Seit einigen Monaten stapeln sich in den verschiedenen Lebensmittelfächern die Mungbohnen-Packungen. Inzwischen sind hier alle fasziniert und überzeugt von der Sanftheit, Bekömmlichkeit und milden Kraft des Kitchari – ganz besonders während der Monatsblutung.

Warum ist Kitchari während der Blutungszeit so ideal?

Während der Blutungszeit ist unser Körper weniger flexibel und resilient. Dies zeigt sich auf vielen Ebenen: abnehmende Gelenkigkeit, geringere Verdauungsenergie, verringerte Immunabwehr, Gefühle von Schwäche und Müdigkeit und eine erhöhte emotionale, wie körperliche Sensitivität.

Viele Frauen reagieren daher ganz natürlich mit Rückzug, sobald sie Empfindsamkeit zur der Regelblutung wahrnehmen.

„Women are blessed.
The menstrual cycle is our means to generate and regenerate.
Our menstrual cycles are a great natural medicine“

Alexandra Pope

Die Blutungszeit ist vergleichbar mit einem „inneren Winter“. Sie entspricht also einer Phase, in der Ruhe und Selbstsorge essentiell sind.

Kitchari ist – als klassisches Ayurveda-Detoxgericht – von reinigender und aufbauender Qualität und eignet sich daher besonders gut für die Menstruationszeit. In Kombination mit bestimmten Gewürzen bekommen wir dazu noch die Möglichkeit, auf Disbalancen Einfluss zu nehmen. So können wir uns zu dieser sensiblen Phase mit warmer, bekömmlicher und kräftigender Ayurveda-Ernährung unterstützen.

Dein individuelles Moontime-Rezept

Mit diesen speziellen Gewürzen kannst du dich wunderbar unterstützen.

Vata-senkende Gewürze

Viel Vata kann sich, laut Ayurveda, in Unterleibsschmerzen, Schmerzen im unteren Rücken, Ängstlichkeit und geringer Blutung zeigen.

Ajwain (Königskümmel), Asafoetida, Kreuzkümmel, Kalonji (Schwarzkümmel), Bockshornkleesaat, Nelken helfen bei Vata-Disbalance.

Pitta-senkende Gewürze

Hitze kannst du während oder kurz vorher an deinem Hautbild, Durchfall oder an einer sehr starken Blutung erkennen. Hier gilt generell: weniger ist mehr!

Zu den hitzesenkenden Gewürzen zählen Koriandersaat, Koriandergrün, Fenchel, Kreuzkümmel.

Kapha-senkende Gewürze

Kapha erkennen wir an starken Wassereinlagerungen, geschwollenen Brüsten und Kopfschmerzen.

Hier eignen sich besonders gut getrockneter Kurkuma, getrockneter Ingwer, Senfsaat, Kreuzkümmel, Asafoetida, Pippali, Lorbeerblätter, Knoblauch und Petersilie.

Moontime-Kitchari

Du brauchst

Für 2 Portionen

> Für die Vata-Mischung

1 Messerspitze Asafoetida, 1/4 TL Kalonji, 1 Prise Ajwain, 1 Messerspitze Bockshornkleesaat, 1/2 TL Kreuzkümmel (gemahlen), 1/2 TL Koriandersaat (gemahlen), 2 Messerspitzen Kurkuma, Pfeffer und etwas frischen Ingwer

Dazu Koriandergrün oder Basilikum

> Für die Pitta-Mischung

1/3 TL Fenchelsaat (grün), 1 Prise Kalonji, 1/2 TL Kreuzkümmel (gemahlen), 1 TL Koriandersaat (gemahlen), frischer Kurkuma und etwas frischer Ingwer

Dazu Koriandergrün

> Für die Kapha-Mischung

1 Messerspitze Bockshornkleesaat, 1 Messerspitze Asafoetida, 1/4 TL Kalonji, 1 Prise Ajwain, 2 Messerspitzen Pippali, 1/2 TL Kreuzkümmel (gemahlen), 1/2 TL Koriandersaat (gemahlen), 3 Messerspitzen Kurkuma (trocken) und etwas getrockneten Ingwer

Dazu Petersilie

> Allgemein

6 EL Mungbohnen, ganz und ungeschält (zum Beispiel aus dem Bio- oder Asialaden)

1 Handvoll Reis (Basmati oder Vollkorn)

1-2 EL Ghee

Steinsalz

Und so geht’s

Die Mungbohnen und den Reis zusammen über Nacht oder tagsüber für acht Stunden einweichen.

Am nächsten Tag Bohnen und Reis gründlich waschen. Mungbohnen und Reis anschließend in einen Topf geben und mit der dreifachen Menge (von Mungbohnen und Reis) Wasser auffüllen. Die jeweiligen Gewürze – bis auf das Salz – dazu geben. Ghee ebenso dazu tun.

Ungefähr 45 min kochen lassen, bis du die Mungbohnen mit den Fingern sehr gut zerdrücken kannst. Mit Salz abschmecken.

Bitte beachten:

Die Einnahme von Heilkräutern oder Gewürzen ersetzt keinen Besuch beim Arzt. Bei andauernden Beschwerden, heftigen Schmerzen, ausbleibender oder anhaltender Blutung sollte auf jeden Fall ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden. Vorsicht auch bei Gewürzen während der Schwangerschaft. Die Autorin übernimmt keinerlei Haftung für Schäden oder Folgen, die sich aus dem Gebrauch der hier vorgestellten Pflanzen ergeben.

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