Makro-Kosmos-Nahrung

Vom Makro-Kosmos, Kartoffel-Selbsternte, der Berlin-Food-Week und warum das alles auch Ayurveda-All-Round-Nourishment ist.

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Kartoffel in Herbst-Erde.

Ich stehe auf einem Kartoffelacker bei Berlin. Vor mir ist ruppige Weite, über mir endlos blaublauer Himmel. Der Wind duftet süß nach fallendem Laub. Meine Schuhe stecken im Staub eines aufgewühlten Kartoffelfeldes. Die Erde spricht die Sprache des Herbstes. Sie ist fein und rauh, darunter voll der Kraft. In ihr liegen vereinzelt kleine, runde und große, dicke Kartoffeln, die vom Kipplader wieder herunter gefallen sind. Ich bücke mich und sammel´ Kartoffeln in meinen Beutel. Wie sie wohl schmecken werden? Streife die Erde ab, mit meinen Händen. In diesem Moment, in diesem Herbst bin ich diese Erde: fein, rauh, darunter voll der Kraft.

Vom Acker ins Beton
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Berlin-Food-Week.

Eine Stunde später stehe ich im Kraftwerk. Berlin-Food-Week. Kalte Betonfeiler, von oben nacktes, blaues Licht. Stimmenrausch, Treiben und Geruchextreme. Erstmal Probiermeile. Cremigstes Rhabarber-Confit von marmelo, Apfelstrudel- schnaps, Fingersalz mit fruchtiger Zitrone und richtig guter Kombucha von der Berlin Kombucha Society. Im Vorbeigehen auch mal die Paleo-Palette durchprobiert – den Hype verstehen. Dann die Restaurant-Street. Sich entscheiden. Nach Auge, nach Gefühl: Neon-Püree von Chicha mit crazy Topping. Berlin Cuisine verspricht Berliner Küche und ist so garnicht Berlin, denn hinter spritzigem Johannisbeeren-Schaum türmen sich allein fetteste Steaks. Ich bleibe stehen bei gnamo, das heisst, ich drängel mich durch die staunende Traube. Gnamo, laut Restaurant-Street-Guide für Nicht-Traveller, Gerne-Urlauber mit Wald- oder Bergfeeling. Whatever.

Food-Art ins Herz

Was gnamo bietet, ist wahre Kunst! Vegane-Dehydration-Akrobatik. Nach einer halben Stunde Warten bin ich an der Reihe. Die letzte Komposition vor dem Total-Ausverkauf. Chris, der schon bei The Bowl Raw-Food-Meister war, reicht mir meine Platte. Ich setze mich an einen der langen Tische im Saal und bin ganz bei mir, bei diesem Essen. Mit Augen, meiner Nase, dem Gaumen. Bissen um Bissen lasse ich Spirulina-Cacao-Butter in mich schmelzen. Über mir flackert weiter kühles Blau, an meinen Händen die Reste brandenburgischer Erde, vermengt mit Cashew-Käse.

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Gnamo-Art.

Eigendlich stehe ich nicht so auf De-Hydration-Food. Ich liebe es, wenn knackiges Gemüse im Gewürzansatz seinen Saft verliert und mit der Gewürzmelange etwas ganz Neues, Kräftiges entsteht. Aber jetzt auf der Food-Art-Meile ist dies mein Glückstreffer. Ich bin verliebt.

Und Ayurveda? Ayurveda meint auch immer All-Round-Nourishment: verbunden sein im Draussen mit dem Rhythmus der Jahreszeiten. Die Luft, die Erde und Du. Makro-Kosmos-Nahrung – über die Nahrung hinaus genährt sein. Makro-Kosmos-Nahrung ist auch die Stille. Die Stille, welche entsteht durch die Vereinigung aller Sinne im Jetzt. Die Stille beim Genuss. Also ich ganz bei gnamo. Komplett eintauchen, dann weiterhuschen, zum Kürbiskern-Workshop…neues lernen.